Vitamin-D-Mangel hängt mit erhöhtem Demenz-Risiko zusammen

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  • Artikel: 08.08.2014

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Ein Mangel an Vitamin D scheint bei älteren Menschen das Risiko für eine Demenz deutlich zu erhöhen. Auch die Wahrscheinlichkeit, an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken, ist signifikant erhöht. Dies hat die bislang größte Studie dieser Art ergeben, die jetzt in der Fachzeitschrift „Neurology“ (Online-Ausgabe vom 6. August) erschienen ist.

Das Forscherteam um David J. Llewellyn von der Universität Exeter (Großbritannien) und mehreren US-Universitäten untersuchte insgesamt 1658 Erwachsene im Alter ab 65 Jahren. Diese waren zu Untersuchungsbeginn frei von Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen und konnten ohne fremde Hilfe gehen. Die Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von sechs Jahren untersucht. Dabei wurde mit verschiedenen diagnostischen Methoden überprüft, ob eine Demenz vorlag – unter anderem mit bildgebenden Verfahren des Gehirns.

Insgesamt entwickelten 171 Teilnehmer im Untersuchungszeitraum eine Demenz, 102 erkrankten an der Alzheimer-Krankheit. Dabei hatten Probanden mit einem niedrigen Vitamin-D-Gehalt im Blut ein 53 Prozent erhöhtes Risiko, eine Demenz zu entwickeln – bei schwerem Vitamin-D-Mangel war das Risiko sogar um 125 Prozent erhöht. Das Risiko für eine Alzheimer-Demenz war bei niedrigem Vitamin-D-Level um 69 Prozent, bei starkem Mangel des Vitamins um 122 Prozent gesteigert. Diese Zusammenhänge zeigten sich auch dann, wenn die Forscher andere Faktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum und Bildungsgrad statistisch kontrollierten.

Zusammenhang deutlich höher als erwartet

Bereits frühere Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Vitamin-D-Mangel ein erhöhtes Risiko für kognitive Probleme, beispielsweise Schwierigkeiten bei Konzentration und Gedächtnis, haben. Deshalb hatten die Forscher erwartet, einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und dem Risiko für Demenz und Alzheimer-Krankheit zu finden. „Aber die Ergebnisse waren für uns überraschend: Der Zusammenhang war doppelt so stark wie erwartet“, berichtet Llewellyn.

Nun seien groß angelegte klinische Studien notwendig, um herauszufinden, ob eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D tatsächlich das Risiko für eine Demenz oder Alzheimer-Krankheit senken kann. „Unsere Ergebnisse beweisen nicht, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel eine Demenz verursachen können“, betont Llewellyn. „Aber selbst wenn nur wenige Menschen von einer Vitamin-D-Behandlung profitieren können, hätte das enorme Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem.“ So leiden zur Zeit bereits 44 Millionen Menschen auf der Welt an einer Demenz – und es wird erwartet, dass sich die Zahl bis 2050 verdreifacht.

Vitamin D kann aus drei verschiedenen Quellen stammen: Aus Sonnenlicht, das auf die Haut gelangt, aus Nahrungsmitteln wie fetthaltigem Fisch und Milchprodukten sowie aus Vitaminpräparaten. Die Haut älterer Menschen kann UV-Licht jedoch weniger effizient in Vitamin D umwandeln, so dass sie ein höheres Risiko für einen Vitamin-D-Mangel haben. Man vermutet, dass bis zu eine Milliarde Menschen weltweit niedrige Vitamin-D-Spiegel haben.

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