Schwindel bei Kindern oft mit weiteren Problemen verbunden

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  • Artikel: 16.03.2020

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Schwindel bei Kindern ist mit einem erhöhten Risiko für psychische und kognitive Beeinträchtigungen verbunden. Das hat eine groß angelegte US-amerikanische Studie ergeben, die über 10.800 Kinder einbezog. Das Ergebnis legt nahe, dass das Gleichgewichtsorgan eine wichtige Rolle bei der gesunden geistigen und psychischen Entwicklung spielt. Wiederkehrender Schwindel bei Kindern sollte ärztlich abgeklärt und behandelt werden.

Bereits frühere, kleinere Studien hatten einen Zusammenhang zwischen Schwindel und begleitenden psychischen Symptomen oder Erkrankungen nahegelegt. Um herauszufinden, wie problematisch Schwindel in der Kindheit tatsächlich ist, wertete ein Forscherteam um Robin T. Bigelow von der John Hopkins University School of Medicine in Baltimore (USA) nun die Daten einer USA-weiten Untersuchung aus, in der nach Erkrankungen und Symptomen von Kindern gefragt wurde. Ihre Ergebnisse publizierten die Forscher jetzt in der Fachzeitschrift „International Journal of Pediatric Otorhinolaryngology“. Bei der Umfrage, dem „2012 National Health Interview Survey“, waren die Eltern und Sorgeberechtigten von insgesamt 10.823 Kindern zwischen 3 und 17 Jahren befragt worden.

Häufig treten Aufmerksamkeitsprobleme und Lernschwierigkeiten auf

Die Auswertung der Daten ergab, dass Schwindel im Lauf eines Jahres mit einer Häufigkeit von 1,56 Prozent auftrat. Gleichzeitig waren mit dem Schwindel häufig Probleme der Aufmerksamkeit und Konzentration sowie Lernschwierigkeiten verbunden. Nachdem die Forscher Faktoren wie das Alter der Kinder, Herkunft und Begleiterkrankungen wie eine Mittelohrentzündung, Kopfschmerzen und Migräne statistisch berücksichtigt hatten, zeigte sich, dass Kinder mit Schwindel signifikant häufiger an einer Aufmerksamkeitsdefizit-Störung litten als Kinder, die nicht an Schwindel oder Schwindelanfällen litten. Außerdem hatten sie häufiger Lernschwierigkeiten, wiesen Entwicklungsverzögerungen auf, waren häufiger intellektuell beeinträchtigt und benötigten eher eine spezielle Lernunterstützung als Kinder ohne Schwindel. Schließlich hatten von Schwindel betroffene Kinder ein höheres Risiko für Schwierigkeiten im Umgang mit Emotionen, eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne und mehr Probleme bei Konzentration und Verhalten.

Schwindel bei Kindern ist demnach mit verschiedenen Problemen bei Konzentration und Aufmerksamkeit verbunden, die wiederum das Risiko für Lernschwierigkeiten erhöhen. Schwindel und Schwindelanfälle können somit die geistige und psychische Entwicklung von Kindern ungünstig beeinflussen. Die Forscher um Bigelow schließen aus den Ergebnissen, dass das Gleichgewichtsorgan, das so genannte vestibuläre System, eine wichtige Rolle für die gesunde geistige und psychische Entwicklung von Kindern spielt. Um negative Auswirkungen zu vermeiden, sei es daher wichtig, dass wiederkehrender Schwindel bei Kindern und Jugendlichen ärztlich abgeklärt und behandelt werde.

Schwindel kann bei ganz unterschiedlichen Erkrankungen auftreten, etwa neurologischen Störungen, Erkrankungen der Ohren oder psychischen Erkrankungen wie einer Angststörung. Bei vielen Kindern sind die Ursachen des Schwindels harmlos und der Schwindel lässt sich gut behandeln. Um schwerwiegendere Ursachen auszuschließen, ist jedoch eine sorgfältige Abklärung wichtig.

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