Schonende Diagnose der Endometriose dank MRT

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  • Artikel: 04.06.2014

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Bei einer Endometriose wächst die Schleimhaut der Gebärmutter auch im Bauchraum – und kann dort erhebliche Beschwerden verursachen. Neue Ergebnisse zeigen, dass eine Untersuchung im Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) dazu beitragen kann, die Endometrioseherde zuverlässig aufzuspüren. Das kann die anschließende Operation erleichtern.

Von einer Endometriose sind etwa zehn Prozent der Frauen betroffen. Bei ihnen finden sich kleine Inseln der Gebärmutterschleimhaut auch an anderen Orten im Bauchraum – etwa an den Eierstöcken, in der Darmwand oder an der Harnblase. Auch diese „Inseln“ wachsen im Lauf des Monatszyklus und werden am Ende des Zyklus abgestoßen. Dies kann zu starken Schmerzen und anderen Beschwerden führen, die auch vom Ort der Endometrioseherde abhängig sind. Um die Beschwerden zu lindern, werden die Herde häufig durch eine Operation entfernt.

Die angehende Ärztin Julia Wenzel von der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Gießen hat nun untersucht, ob eine MRT-Untersuchung dazu beiträgt, die Schleimhautinseln zuverlässig zu erkennen. „Das Problem ist, dass ein Chirurg die Herde erst einmal finden muss“, so Wenzel. „Sie sind teilweise sehr klein und in der Tiefe des Gewebes verborgen. Das macht es schwierig, wirklich alle zu finden.“

Daher führte Wenzel bei 131 Patientinnen, bei denen der Verdacht auf Endometriose bestand, vor der Operation ein MRT durch. Die Ergebnisse wurden anschließend mit den Gewebebefunden korreliert, die bei der Operation der Endometrioseherde erstellt wurden. Ihre Ergebnisse stellte Wenzel jetzt beim 95. Deutschen Röntgenkongress in Hamburg vor.

Trotz unterschiedlich aussehender Herde: MRT verbessert Erkennung deutlich

Obwohl die Schleimhautinseln im MRT ganz unterschiedlich aussehen können, konnten die Forscher sie mit einer hohen Treffsicherheit erkennen. „Wir haben Zysten, Verdickungen, Verklebungen und knotenförmige Veränderungen beobachtet. Deshalb ist es nicht ganz einfach, wirklich alle Herde zu identifizieren“, berichtet Wenzel.

Dennoch wurden von 392 Befunden, die von den Pathologen als Endometriose erkannt wurden, 81 Prozent im MRT erkannt. Besonders zuverlässig ließen sich die Schleimhautinseln im hinteren Bauchraum und am Darm erkennen: Hier lag die Erkennungsrate bei 90 Prozent. Solche Herde werde bei einer Operation leicht übersehen und wachsen teilweise auch in die Darmwand hinein. Mithilfe der MRT könnten sie in Zukunft zuverlässiger entfernt werden. Etwas weniger treffsicher war die Methode dagegen im vorderen Bauchraum, insbesondere an der vorderen Wand der Gebärmutter und an der Blase.

„Insgesamt ist eine präoperative MRT bei Patientinnen mit Endometriose auf jeden Fall zu empfehlen“, betont Wenzel. „Sie erleichtert den Chirurgen das Auffinden der Herde und erhöht so die Chance der Patientinnen, nach dem Eingriff beschwerdefrei zu sein.“

Die Schleimhaut der Gebärmutter verändert sich im Lauf des Monatszyklus deutlich. Dabei spielen die Hormone Östrogen und Progesteron eine wichtige Rolle. Vor dem Eisprung wächst die Schleimhaut und wird stärker durchblutet, am Ende des Zyklus wird sie dann im Rahmen der Regelblutung abgestoßen. All diese Veränderungen machen auch die Endometrioseherde mit.

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