Neue Methode könnte Mammographie-Screening angenehmer machen

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  • Artikel: 28.11.2014

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Eine neue Methode könnte die Mammographie-Untersuchung, die zur Früherkennung von Brustkrebs verwendet wird, deutlich angenehmer machen. Dabei wird der für manche Frauen unangenehme Druck auf die Brust verringert, ohne dass sich die Bildqualität verschlechtert

Bei einer Mammographie werden Röntgenaufnahmen von der weiblichen Brust gemacht, um mögliche Tumore zu erkennen. Dabei wird die Brust von zwei oder mehr Seiten aufgenommen. Um mit möglichst geringen Strahlenmengen hochwertige Bilder zu erhalten, ist es notwendig, die Brust etwas zusammenzudrücken. Dies wird jedoch von einigen Frauen als schmerzhaft oder unangenehm empfunden und hält manche ganz von Mammographie-Untersuchungen ab.

Ein Forscherteam um Woutjan Branderhorst vom Academic Medical Center in Amsterdam hat nun eine neue Methode entwickelt, die die Mammographie für Frauen angenehmer gestalten könnte. Dabei wird der Druck während der Untersuchung standardisiert, so dass weniger Schmerzen auftreten. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher am 30. November bei der Jahrestagung der Radiological Society of North America (RSNA) vor.

Bei den derzeit verwendeten Mammographien werden häufig sehr unterschiedlich starke Kräfte ausgeübt – von 3 bis zu 30 Kilo-Pascal (kPa). Dies hängt unter anderem von der Größe und Form der Brüste und von der Schmerzempfindung der jeweiligen Frau ab. In vielen europäischen Ländern wird eine relativ starke Kompression verwendet, während in den USA eher mit wenig Druck gearbeitet wird. „Letzteres erhöht jedoch das Risiko zu hoher Strahlendosen und einer schlechten Bildqualität“, erläutert Branderhorst.

Neue Methode verringert Schmerzen – bei gleicher Genauigkeit

Branderhorst und seine Kollegen vermuteten nun, dass die Verwendung von Druck statt Kraft die hohe Variation bei den Messungen verringern kann. „Kraft“ ist dabei der Gesamteinfluss eines Objekts auf ein anderes, während „Druck“ das Verhältnis der Kraft zur Fläche, auf die die Kraft ausgeübt wird, beschreibt.

Die Forscher entwickelten ein Messgerät, das den durchschnittlichen Druck während einer Aufnahme wiedergibt, und untersuchten es bei 433 gesunden Frauen. Bei drei von vier Messungen wurde eine Kraft von 14 Deka-Newton, bei einer Messung ein Druck von 10 Kilo-Pascal verwendet. Dabei machten die Teilnehmerinnen Angaben zu ihrem Schmerzempfinden. Die Bildqualität wurde von drei erfahrenen Radiologen beurteilt.

Der geringe Druck von 10 Kilo-Pascal wirkte sich weder auf die Bildqualität noch auf die Strahlungsdosis ungünstig aus. Gleichzeitig berichteten die Frauen in dieser Bedingung über weniger Schmerzen.

Eine Standardisierung des Drucks könnte demnach dazu beitragen, Schmerzen bei der Mammographie zu verringern und die Strahlendosis gering zu halten, so Brandhorst. „Dies würde die Häufigkeit eines zu hohen oder zu niedrigen Drucks verringern und zu besser reproduzierbaren Ergebnissen führen“, sagt der Forscher. „Das neue Messgerät kann bestehenden Mammographie-Systemen zudem leicht hinzugefügt werden.“

Nun sind weitere Studien notwendig, um zu überprüften, welches der bestmögliche Druck für das Mammographie-Screening ist. Weiterhin wollen die Forscher die Positionierung der Brust beim Screening verbessern, so dass ebenfalls weniger Druck notwendig ist.

Quelle:

  • De Groot, J. E. et al. (2014). A Standard for Mechanical Compression in Mammography? Studie präsentiert bei der Jahrestagung der Radiological Society of North America (RSNA), 30. November bis 5. Dezember 2014, Chicago (USA)
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