Nun hat ein Forscherteam um Peter Stäheli vom Universitätsklinikum Freiburg das Risiko für eine solche Ansteckung zum ersten Mal erfolgreich experimentell überprüft. Für ihre Versuche statteten sie Mäuse mit einem Gen aus, das für die Abwehr des Influenza-Virus beim Menschen zuständig ist. Dieser so genannte Resistenzfaktor MxA gilt als ein wesentlicher Bestandteil der genetischen Virusabwehr beim Menschen. Er kann menschliche Zellen in Zellkulturen vor Vogelgrippeviren schützen – allerdings nicht bei Virenstämmen, die die Fähigkeit erlangt haben, auch den Menschen zu befallen.
Schnell und sicher feststellen, ob Grippeviren für den Menschen gefährlich sind
Die Untersuchungen der Freiburger Forscher ergaben, dass normale Mäuse ohne MxA für viele Influenza-A-Virustypen empfindlich sind. Dagegen waren Mäuse mit dem menschlichen Resistenzfaktor gegen die Influenzaviren von Tieren hochgradig resistent. Allerdings waren sie – ähnlich wie die Zellen in Zellkulturen – für Virustypen anfällig, die schon seit längerem in der menschlichen Bevölkerung zirkulieren. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift „The Journal of Experimental Medicine“ (Ausgabe 10. April).
Das neue Tiermodell kann dazu beitragen, die Gefährlichkeit neuer Influenzaviren, die von Tieren stammen, für den Menschen genauer abzuschätzen. „Mit unserem Ansatz können wir bei neu entdeckten Grippeviren schnell und sicher feststellen, ob sie eine Gefahr für den Menschen darstellen“, erläutert Stäheli, der als Forschungsgruppenleiter am Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg tätig ist. „Ein entsprechender Test könnte zukünftig die Risikobewertung anhand von bislang üblichen Virus-Genom-Analysen wesentlich ergänzen. Dadurch ließen sich die Schutzmaßnahmen gegen ein erhöhtes Gefahrenpotenzial rechtzeitig anpassen.“
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