Jugendliche und junge Athleten erholen sich gleich schnell von Gehirnerschütterung

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  • Artikel: 02.12.2013

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Bei jugendlichen Athleten scheinen sich die Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung genauso schnell zurückzubilden wie bei jungen Erwachsenen. Das spricht gegen bisherige Befunde, die darauf hinweisen, dass Jugendliche sich nach einer Gehirnerschütterung langsamer erholen als erwachsene Athleten.

Gesundheitkompakt Berlin – So hatten sich Forscher in einer Konferenz zur Sportmedizin im Jahr 2008 darauf geeinigt, dass Gehirnerschütterungen bei Jugendlichen unter 18 Jahren anders behandelt werden müssen als bei Erwachsenen – vor allem deshalb, weil bei Jugendlichen nach einer Gehirnerschütterung andere körperliche Reaktionen zu beobachten sind.

Ein Team um Young Lee und Mitchel Odom von der Vanderbuilt University School of Medicine in Nashville (USA) verglichen nun erstmals die Auswirkungen einer Gehirnerschütterung bei Athleten aus zwei Altersgruppen. Die Probanden der jüngeren Gruppe waren zwischen 13 und 16 Jahre alt, die der älteren Gruppe zwischen 18 und 22 Jahre. Die Wissenschaftler vermuteten, dass die jüngeren Patienten mehr und stärkere Symptome zeigen würden und länger brauchen würden, um sich von der Gehirnerschütterung zu erholen.

In ihrer Studie werteten die Forscher nachträglich die Daten aus einer regionalen Datenbank aus, in der die Teilnehmer Angaben über die Symptome nach einer Gehirnerschütterung gemacht hatten. Diese umfassten Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit, Irritierbarkeit und Schwierigkeiten bei Konzentration und Gedächtnis. Die Forscher achteten darauf, dass beide Untersuchungsgruppen in einer Reihe Merkmalen vergleichbar waren. Jede Altersgruppe umfasste dabei 92 Personen, von denen 56 Prozent weiblich und 44 Prozent männlich waren.

Kopfschmerzen und Schwindel verschwinden in beiden Gruppen gleich schnell

Die Auswertung zeigte, dass sich weder die Anzahl noch die Schwere der Symptome zwischen beiden Altersgruppen unterschieden. Die Symptome der Gehirnerschütterung bildeten sich in der älteren Gruppe im Durchschnitt innerhalb von 5,66 Tagen, in der jüngeren Gruppe innerhalb von 6,92 Tagen wieder vollständig zurück. Dieser geringfügige Unterschied war in der statistischen Auswertung jedoch nicht signifikant – er hat also für die Praxis keine Bedeutung.

Allerdings hätten frühere Studien nach einer Gehirnerschütterung durchaus Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Athleten ergeben, schreiben die Forscher: Nämlich bei der geistigen Leistungsfähigkeit, die mithilfe neuropsychologischer Tests gemessen wurde.

„Es ist wichtig, die Auswirkungen einer Gehirnerschütterung mit verschiedenen Methoden zu erfassen“, betont Scott Zuckerman, einer der Autoren der Studie. So könnte es sein, dass Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit, über die die Probanden selbst berichten, in beiden Altersgruppen gleich schnell zurückgehen. Auf der anderen Seite könnten kognitive Einbußen wie Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten bei jüngeren Athleten ausgeprägter sein und länger anhalten. Weitere Studien sollen die Zusammenhänge in Zukunft genauer klären. (gk/ca)

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