Internet- und Smartphone-Programme tragen zu gesundem Verhalten bei

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  • Artikel: 02.09.2016

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Menschen nehmen eher gesunde Verhaltensweisen an, wenn sie durch das Internet, Apps auf dem Handy oder andere elektronische Geräte dazu angeleitet und motiviert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im „Journal of the American Heart Association“ (Ausgabe 31. August).

Ein Forscherteam um Ashkan Afshin vom Institut für Gesundheitsmessung und -bewertung an der Universität Washington in Seattle (USA) wertete für die Untersuchung Studien der letzten 23 Jahre aus. Insgesamt fanden die Wissenschaftler 224 Studien zum Thema, die zwischen 1990 und 2013 veröffentlicht und an gesunden Erwachsenen durchgeführt worden waren. Die Studien bewerteten den Effekt von Software aus dem Internet oder auf Mobiltelefonen, Computerprogrammen und am Körper tragbaren Sensoren auf Veränderungen des Gesundheitsverhaltens. Am häufigsten kamen dabei Internet- und Handy-Programme vor. Die untersuchten Veränderungen umfassen eine gesündere Ernährung, mehr körperliche Aktivität, Gewichtsabnahme und ein Verzicht bzw. eine Verringerung des Alkohol- und Zigarettenkonsums.

„Sowohl Programme im Internet als auch auf Mobiltelefonen können dazu beitragen, dass Menschen körperlich aktiver werden, sich besser ernähren und mäßig an Gewicht annehmen“, berichtet Afshin. So zeigte die Auswertung, dass Probanden, die an gesundheitsbezogenen Internetprogrammen teilnahmen, sich gesünder ernährten, mehr Sport trieben, abnahmen, weniger rauchten und überhöhten Alkoholkonsum reduzierten. Auch handy-basierte Gesundheitsprogramme – entweder Smartphone-Apps oder Programme, die regelmäßig Text- oder Sprachnachrichten versenden – trugen dazu bei, dass die Teilnehmer körperlich aktiver wurden und an Gewicht abnahmen.

Programme tragen zu gesunder Ernährung, mehr Sport und Gewichtsabnahme bei

„Besonders effektiv waren Programme, die darauf Wert legen, dass sich die Teilnehmer Ziele setzen und ihr Verhalten kontinuierlich beobachten – und solche, die verschiedene Kommunikationsformen mit individuell zugeschnittenen Nachrichten einsetzen“, erläutert Afshin. „Außerdem waren Programme besonders erfolgreich, bei denen Kontakt zu einem Mitarbeiter des Gesundheitssystems bestand.“

Ärzte könnten solche Programme gezielt einsetzen, um ihre Patienten zu motivieren, ein gesünderes Leben zu führen und das Risiko für chronische Erkrankungen zu verringern – insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, so der Forscher.

Allerdings seien weitere Studien notwendig, um die langfristigen Auswirkungen solcher Gesundheits-Apps und die Effekte in verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu erfassen. So untersuchten die meisten Studien die Wirksamkeit bisher nur über einen Zeitraum von sechs Monaten bis einem Jahr. Außerdem wurden sie meist mit relativ gebildeten und motivierten Teilnehmern und in Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen durchgeführt.

„In Zukunft sollten die Effekte von Internet- und Smartphone-Programmen über einen längeren Zeitraum und in verschiedenen Bevölkerungsgruppen – etwa mit älteren und jüngeren Probanden und mit Teilnehmern aus Industrie- und Entwicklungsländern – untersucht werden“, betont Afshin. Außerdem sollte analysiert werden, welche Strategien zu einer langfristigen Teilnahme an den Programmen beitragen können.

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