Goji-Beere: Bei Blutgerinnungshemmern mit Vorsicht zu genießen

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  • Artikel: 28.06.2013
Goji-Beere

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Die Beere des gemeinen Boxdorns oder Goji-Beere ist ein wichtiger Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Sie wird traditionell bei Augenproblemen, hohem Blutdruck, geschwächtem Immunsystem und Störungen der Leber und der Niere eingesetzt. Eine Untersuchung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat nun ergeben, dass es in mehreren Fällen zu schweren Nebenwirkungen gekommen ist, wenn Goji-Beeren zusammen mit Medikamenten zur Hemmung der Blutgerinnung eingenommen wurden. Auch aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin ist es ratsam, die Goji-Beere in solchen Fällen vorsichtig zu dosieren und gleichzeitig die Blutwerte engmaschig zu kontrollieren.

Gesundheitkompakt Berlin – Die Goji-Beere wird auch in Deutschland häufig von Heilpraktikern und im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt – vor allem, um das „Yin“ der Leber, der Nieren und des Auges zu stärken. Sie ist hierzulande auch in Form von Tees, Säften und Marmeladen frei verkäuflich. Normalerweise gilt eine Dosis von bis zu 50 Gramm getrockneter Beeren als unbedenklich.

Allerdings könnte die Einnahme in Zusammenhang mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten – die man auch als Vitamin-K-Antagonisten bezeichnet – problematisch sein. Solche Medikamente wie Marcumar oder Coumadin werden verordnet, um die Gefahr einer Thrombose zu verringern – zum Beispiel bei Herzerkrankungen oder wenn ein allgemein erhöhtes Thromboserisiko besteht.

Ein Bericht des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat nun ergeben, dass es bei vier Patienten, die blutgerinnungshemmende Mittel einnahmen, nach mehrmaligem Verzehr von Goji-Beeren zu problematischen Nebenwirkungen gekommen ist. Dabei wurden bei zwei Patienten erhöhte INR-Werte beobachtet, die auf ein hohes akutes Blutungsrisiko hinweisen. Bei den beiden anderen Betroffenen kam es zu gefährlichen Blutungen der Haut, der Nase und des Magen-Darm-Trakts. Das BfArM rät daher Patienten, die blutgerinnungshemmende Mittel einnehmen, Zubereitungen mit Goji-Beeren zu vermeiden.

Auch die in der traditionellen chinesischen Medizin tätigen Ärzte Axel Wiebrecht und Andreas Kalg halten es für wichtig, auf mögliche Wechselwirkungen zwischen Vitamin-K-Antagonisten und Goji-Beeren zu achten. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die in der TCM empfohlene Tagesdosis bei sechs bis zwölf Gramm liegt – deutlich niedriger als bei den berichteten Fällen.

Das Centrum für Therapiesicherheit in der Chinesischen Arzneitherapie (CTCA) empfiehlt, beide Substanzen nur dann gleichzeitig zu geben, wenn es das Krankheitsbild unbedingt erfordert. Dabei sollten die INR-Werte engmaschig kontrolliert werden. „Es empfiehlt sich eine INR-Kontrolle etwa drei bis fünf Tag nach Gabe, Änderung oder Absetzen von chinesischen Arzneien, bei Goji-Beeeren nach drei Tagen“, betonen Wiebrecht und Kalg in der „Zeitschrift für Naturheilkunde“ (Ausgabe 6/2013).

Dass Ärzte und Patienten auf mögliche Wechselwirkungen achten, sei auch deshalb wichtig, weil Goji-Beeren-Produkte in Deutschland immer häufiger angeboten werden. gk/ca

Quellen

  • Zeitschrift für Naturheilkunde (2013).Axel Wiebrecht & Andreas Kalg. Mögliche Interaktion zwischen Vitamin-K-Antagonisten und der Goji-Beere. Kommentar aus Sicht der Chinesischen Medizin zur Mitteilung des BfArM. Ausgabe 6, 2013
  • Bulletin zur Arzneimittelsicherheit (2013). BfArM, Paul-Ehrlich-Institut. Mögliche Interaktion zwischen Vitamin-K-Antagonisten und der Goji-Beere – Risiko von INR-Erhöhung und schweren Blutungsereignissen. Ausgabe 1, 2013
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