Geräusche gegen den Tinnitus

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  • Artikel: 04.08.2017

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Tinnitus entsteht häufig durch eine Schädigung der Sinneszellen im Innenohr – beispielsweise durch Lärm. Ähnliches ist auch bei Schwerhörigkeit der Fall. Forscher aus Brasilien haben nun einen Geräuschgenerator entwickelt, bei dem die Betroffenen im Lauf des Tages Geräusche hören, die an ihr Hörvermögen angepasst sind. Auf diese Weise konnten sie eine Verbesserung des Tinnitus und der damit verbundenen Beeinträchtigungen erreichen.

Bei einem Tinnitus hört der Betroffene Geräusche, die nicht von einer Schallquelle kommen. Dies kann beispielsweise ein ständiges Brummen, Pfeifen, Zischen, Rauschen oder Klopfen sein. Ein Tinnitus kann sehr störend sein und zu psychischen Belastungen führen. Manche Betroffene leiden unter Schlafstörungen, Ängsten oder Depressionen. Tinnitus entsteht oft durch ähnliche Ursachen wie Schwerhörigkeit: Häufig ist es zu einer Schädigung der Sinneszellen im Innenohr gekommen. Diese führt zu einer Funktionsminderung des Gehörs – und damit zur Schwerhörigkeit. Zum anderen zieht sie eine Fehlfunktion des Gehörs nach sich, die dann zum Tinnitus führt.

Die Forscherinnen Andressa Vital Rocha und Maria Fernanda Capoani Garcia Mondelli von der Universität São Paulo in Brasilien untersuchten nun, wie sich ein Geräuschgenerator bei der Behandlung von Tinnitus auswirkt. In ihre Untersuchung bezogen sie 15 Patienten mit Tinnitus und normalem Hörvermögen sowie 15 Patienten mit Tinnitus und eingeschränkter Hörfähigkeit ein. Die erste Gruppe wurde allein mit dem Geräuschgenerator behandelt, die zweite Gruppe erhielt zusätzlich ein individuell angepasstes Hörgerät. Alle 30 Teilnehmer nahmen zusätzlich an einer Beratungssitzung teil.

Geräusche verringern Lästigkeit des Tinnitus

Die Wirkung des Geräuschgenerators wurden mit zwei Skalen erfasst: Mit der „Visuellen Analog-Skala“, einer Skala zur Messung der Stärke von Sinnesempfindungen, und mit dem „Tinnitus Handicap Inventory“, einem Fragebogen, der die Belastung durch den Tinnitus erfasst. Die Probanden wurden jeweils zu Beginn der Studie, einmal im Verlauf der Studie und zum Ende der Studie, nach Ablauf von sechs Monaten, untersucht.

Die Auswertung ergab, dass es in beiden Gruppen zu einer Verbesserung der Beeinträchtigungen und Behinderungen kam, die durch den Tinnitus entstehen. Dabei wurden keine Unterschiede zwischen Teilnehmern mit und ohne Schwerhörigkeit beobachtet. „Unsere Studie zeigt, dass ein Geräuschgenerator die Beeinträchtigungen und Belästigungen, die durch den Tinnitus erzeugt werden, lindern kann“, schreiben die Autorinnen.

Durch Schädigungen der Sinneszellen im Ohr kann es zu einer erhöhten Aktivität der Nervenzellen im Bereich des Gehörs kommen. Gelangen durch die Schädigungen weniger Geräusche ins Ohr, kann es dazu kommen, dass jemand stattdessen „Phantomgeräusche“ hört. Eine wiederholte Stimulation mit Geräuschen könnte diesen „Phantomgeräuschen“ entgegenwirken und so den Tinnitus vermindern.

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