Bluthochdruck hat sich weltweit verdoppelt

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  • Artikel: 18.11.2016

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In den letzten 40 Jahren hat die Zahl der Menschen mit Bluthochdruck weltweit stark zugenommen. Dies liegt unter anderem am Bevölkerungswachstum und an der zunehmenden Alterung der Bevölkerung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung, in der die Daten von 19,1 Milliarden Menschen berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse sind jetzt in der Fachzeitschrift „The Lancet“ erschienen.

Ein Wissenschaftlerteam der so genannten „Non-Communicable Disease (NCD) Risk Faktor Collaboration“ analysierte für die Untersuchung die Daten aus 1479 Studien mit insgesamt 19,1 Milliarden Teilnehmern im Alter über 18 Jahren. Damit handelt es sich um die bisher umfassendste Analyse zur weltweiten Entwicklung von Bluthochdruck.

Laut der Ergebnisse gab es 1975 weltweit 594 Millionen Menschen mit Bluthochdruck – im Jahr 2015 waren es bereits 1,1 Milliarden. Männer hatten dabei im Jahr 2015 in den meisten Regionen der Welt einen höheren Blutdruck als Frauen. Der stärkste Anstieg war in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Durchschnittseinkommen zu verzeichnen, vor allem in Südasien (zum Beispiel in Bangladesch und Nepal) und im subsaharischen Afrika (etwa in Äthiopien und Malawi). Dagegen war in Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen (zum Beispiel Australien, Kanada, Deutschland, Schweden und Japan) eine deutliche Abnahme von Erwachsenen mit hohem Blutdruck zu beobachten. In einigen osteuropäischen Ländern kommt ein hoher Blutdruck dagegen nach wie vor häufig vor, etwa in Slowenien oder Litauen.

Häufigste Ursache für Schlaganfälle und Herzerkrankungen

Dabei war der Prozentsatz der Erwachsenen mit hohem Blutdruck in Kanada, Großbritannien, den USA, Peru, Südkorea und Singapur am niedrigsten: In diesen Ländern waren nur etwa eine von acht Frauen und einer von fünf Männern davon betroffen. Dagegen litten in einigen osteuropäischen Ländern besonders viele Männer, in einigen afrikanischen Ländern besonders viele Frauen an Bluthochdruck: In Kroatien, Lettland, Litauen, Ungarn und Slowenien waren mehr als ein Drittel der Männer betroffen, in westafrikanischen Ländern wie Niger, Tschad und Mali etwa ein Drittel der Frauen.

„Ein erhöhter Blutdruck ist der Hauptrisikofaktor für Schlaganfälle und Herzerkrankungen. Er tötet jedes Jahr etwa 7,5 Millionen Menschen weltweit“, sagt Majid Ezzati vom Imperial College London, der Hauptautor der Studie. „Die meisten dieser Todesfälle kommen in weniger entwickelten Ländern vor.“ Bluthochdruck sei somit nicht länger ein Problem der westlichen Welt oder der hoch entwickelten Länder, sondern vor allem ein Problem der ärmsten Länder der Welt.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine deutliche Reduzierung der Fälle von Bluthochdruck möglich ist – so, wie wir dies in den letzten 40 Jahren in den hoch entwickelten Ländern sehen“, sagt Ezzati. Daher seien nun effektive Maßnahmen notwendig, um auch Menschen in armen Ländern vor Bluthochdruck zu schützen. Wichtig seien dabei eine gesunde Ernährung – vor allem ausreichend Obst und Gemüse und wenig Salz, die rechtzeitige Entdeckung von hohem Blutdruck und eine Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten.

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