Bei Diabetes: Niedrige Testosteronwerte könnten Arteriosklerose-Risiko erhöhen

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  • Artikel: 17.10.2014

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Männer, die unter Typ-2-Diabetes leiden und niedrige Testosteronwerte haben, scheinen ein erhöhtes Risiko für Arteriosklerose zu haben. Bei dieser Erkrankung lagern sich Cholesterin, Fettsäuren und andere Substanzen in und an den Arterienwänden an, was zu einer Verengung der Blutgefäße führt.

In einer prospektiven Studie untersuchte ein Team von der Universitätsklinik Sanatorio Güemes in Buenos Aires (Argentinien) 115 Männer mit Typ-2-Diabetes. Die Teilnehmer waren jünger als 70 Jahre und hatten keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Vorgeschichte. Die Forscher bestimmten die Menge an Testosteron im Blut und mehrere wichtige Kennwerte für Arteriosklerose: Verdickungen der Gefäßwand der Halsschlagader, das Vorkommen arteriosklerotischer Plaques, die Funktion der Endothelzellen – der Zellen, die die Innenwände der Blutgefäße und des Herzens auskleiden – sowie verschiedene Entzündungs-Marker.

Die Auswertung ergab, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer niedrige Testosteron-Werte hatte. Männer mit Typ-2-Diabetes und niedrigen Testosteron-Werten hatten dabei im Vergleich zu Männern mit normalen Testosteron-Werten eine sechsfach erhöhte Wahrscheinlichkeit für Gefäßwandverdickungen der Halsschlagader und für Störungen der Endothelzellen. Darüber war bei 54 Prozent der Männer mit niedrigen Testosteronwerten das Risiko für Gefäßerkrankungen erhöht – im Gegensatz zu nur 10 Prozent der Männer mit normalen Testosteronwerten.

Ergebnisse geben Hinweise über Vor- und Nachteile einer Testosterontherapie

„Die Studie zeigt, dass es bei Männern im mittleren Lebensalter, die an Typ-2-Diabetes erkrankt sind, einen deutlichen Zusammenhang zwischen niedrigen Testosteronwerten und wichtigen Markern für Arteriosklerose gibt“, sagt Javier Mauricio Farias, einer der Autoren der Studie. „Die Ergebnisse erweitern unser Verständnis über den Zusammenhang zwischen niedrigen Testosteronwerten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetes-Patienten.“

In den letzten zehn Jahren haben immer mehr ältere Männer eine Testosteron-Ersatz-Therapie erhalten. Allerdings stellen verschiedene Studien die Sicherheit dieser Therapie in Frage und geben Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen. Die amerikanische Endocrine Society empfiehlt deshalb, eine Testosteron-Behandlung nur bei Männern mit klinischen Symptomen eines Hypogonadismus – einer hormonellen Funktionsstörung der Hoden – und dauerhaft niedrigen Testosteronwerten durchzuführen. Die Gesellschaft fordert außerdem, die langfristigen Risiken einer Testosteron-Ersatz-Therapie in gut kontrollierten Studien zu überprüfen.

Die neue Studie weist nun darauf hin, dass auch ein Mangel an Testosteron das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhten könnte. „Allerdings müssen wir nun weiter untersuchen, ob Testosteron direkt an der Entwicklung von Arteriosklerose beteiligt ist oder ob es nur ein Indikator dafür ist, dass die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten ist“, sagt Farias.

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