Arterienverkalkung kann durch „schlechte Luft“ gefördert werden

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  • Artikel: 03.05.2013

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Langfristige hohe Luftverschmutzung könnte zu einer Verhärtung der Arterien (Arteriosklerose) beitragen. Dies zeigt eine Untersuchung an der Universität Michigan (USA), die in der Fachzeitschrift PLOS Medicine (Ausgabe 26. April) erschienen ist. Arterienverkalkung erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Nimmt die Luftverschmutzung dagegen ab, kann dies dem Fortschreiten der Arterienverhärtung entgegen wirken.

Gesundheitkompakt Berlin – Die US-amerikanischen Forscher um Sara Adar von der Universität Michigan und Joel Kaufman von der Universität Washington untersuchten 5362 gesunde Personen im Alter von 45 bis 84 Jahren, die in einem von sechs Ballungsräumen in den USA lebten. Dabei erfassten sie zum einen die Konzentration von Feinstaubpartikeln (PM 2,5) in der Luft. Gleichzeitig maßen die Forscher die Dicke der beiden inneren Schichten der Halsschlagader – einen Indikator für Arterienverkalkung – mithilfe von zwei Ultraschallmessungen im Abstand von drei Jahren. Die aktuelle Studie ist Teil eines langjährigen Forschungsprojekts, der „Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis and Air Pollution“ (MESA Air).

Bei ihrer Auswertung rechneten die Forscher zunächst andere Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und Rauchen aus den Ergebnissen heraus. Es zeigte sich, dass die Dicke der Arterien bei allen Probanden im Durchschnitt um 14 Mikrometer pro Jahr zunahm. Allerdings war die Zunahme bei Menschen, die in Gebieten mit hoher Luftverschmutzung lebten, deutlich stärker ausgeprägt als der Durchschnitt. Nahm dagegen die Belastung mit Feinstaubpartikeln im Lauf der Zeit ab, war auch die Zunahme der Arterienverkalkung geringer.

Bei einer Arteriosklerose lagern sich Blutfette, Bindegewebe und in geringen Mengen auch Kalk in die Gefäßwände ein. Dadurch werden die Arterien allmählich härter und können sich schlechter an Veränderungen des Blutdrucks anpassen. Häufige Folgeerkrankungen sind Herzinfarkte und Schlaganfälle, aber auch Durchblutungsstörungen der Beine und Angina Pectoris, eine Durchblutungsstörung des Herzens.

„Zusammen mit den Ergebnissen aus anderen Studien deutet unsere Untersuchung darauf hin, dass das Schlaganfallrisiko in Gebieten mit hoher Luftverschmutzung um zwei Prozent erhöht ist“, berichtet Adar.

Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass bei hoher Luftverschmutzung häufiger Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten. Andere Ergebnisse weisen darauf hin, dass schädliche Partikel in der Luft zu Entzündungsprozessen und Veränderungen des Blutdrucks und der Blutgerinnung führen können – Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können. „Unsere Ergebnisse tragen dazu bei, den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Herzinfarkten oder Schlaganfällen noch genauer zu verstehen“, sagt Adar.

Die Ergebnisse seien besonders beunruhigend, weil viele Menschen Luftverschmutzung nicht einfach vermeiden könnten, so die Forscher. Allerdings sei es möglich, andere Risikofaktoren für Arteriosklerose zu beeinflussen. Dazu gehört, mit dem Rauchen aufzuhören, sich ausreichend zu bewegen und Nahrungsmittel mit vielen Ballaststoffen und Antioxidantien zu sich zu nehmen. gk/ca

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