Zweifel an der Aussagekraft des BMI

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  • Artikel: 16.03.2010

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Die Formel des Body- Mass-Index gilt als Maß dafür, um den Grad des Über, Unter- oder Normalgewichts zu bestimmen. Mediziner aus München wecken nun Zweifel an der Aussagekraft des BMI, da eine Studie belegt, dass der Taillenumfang relevanter für die Gesundheitsbewertung ist. Demnach ist nicht ausschließlich die Menge, sondern die Verteilung des Körperfetts maßgebend für Herzkrankheiten und andere Leiden. Die Wissenschaftler veröffentlichen ihre Studie in der Aprilausgabe des Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.

Bislang zeigt die weit verbreitete BMI-Formel „Gewicht durch Körpergröße in Metern zum Quadrat", wer als fettleibig, normal- oder untergewichtig gilt. Laut den Forschern der Ludwig-Maximilians- Universität (LMU), reiche dieses Maß jedoch nicht für die Abschätzung von Krankheitsgefahren. „Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen“, sagte Studienleiter Harald Schneider einer LMU-Mitteilung zufolge.

Anders als man es beim BMI unterstelle, sei Fett nicht gleich Fett, erläutert Schneider. Es gebe „positives Fett" an Hüften, Oberschenkeln und Gesäß, das nicht das Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen erhöhe. Es könne sogar schützen. Das "negative Fett" um den Bauch könne dagegen schädliche Fettsäuren und andere Stoffe in den Körper abgeben, die unter Umständen Entzündungen hervorriefen.

Für ihre Studie beobachteten die LMU-Forscher knapp 11 000 Probanden bis zu acht Jahre lang. Neben dem BMI wurden noch weitere Werte gemessen: Das Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang und die Zahl, die sich ergibt, wenn man den Taillenumfang durch die Körpergröße teilt, kurz WHtR genannt. "Je höher der WHtR, desto größer das Risiko", beobachteten Schneider und seine Kollegen mit Blick auf Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang habe diesbezüglich kaum eine und der BMI gar keine Aussagekraft gehabt. (Sarmina Hoffmann/gk)

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