Viele Deutsche wünschen sich Auszeit für Pflege von Angehörigen

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  • Artikel: 21.05.2010
Altenpflege

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Um für hilfsbedürftige Angehörige da sein zu können, wünscht sich die Hälfte der Deutschen die Möglichkeit einer Pflegeauszeit. Dabei halten 60 Prozent der Menschen eine Begrenzung auf sechs Monate laut einer aktuellen Umfrage für zu kurz.

mp Berlin - Um für hilfsbedürftige Angehörige da sein zu können, wünscht sich die Hälfte der Deutschen die Möglichkeit einer Pflegeauszeit. Dabei halten 60 Prozent der Menschen eine Begrenzung auf sechs Monate für zu kurz, hat nun eine Studie der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) ergeben. "Die Pläne des Bundesfamilienministeriums, die Pflegeauszeit zu verlängern, gehen daher grundsätzlich in die richtige Richtung", sagt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP. Doch auch Unternehmen müssen sich darum bemühen, flexible Regelungen zu finden, damit Arbeitnehmer für eine längere Zeit einen Angehörigen zu Hause pflegen können. Dies sei beispielsweise mit Hilfe von Betriebsvereinbarungen möglich, ist Suhr überzeugt.

Derzeit beträgt die durchschnittliche Pflegezeit hierzulande mehr als acht Jahre. Dabei entfallen auf die häusliche Pflege wöchentlich im Durchschnitt 37 Wochen. Somit handelt es sich um einen "Vollzeitjob". Jeder dritte Bundesbürger traut sich die Betreuung grundsätzlich nur zu, wenn er Unterstützung durch eine professionelle Pflegekraft erhält. Einer der Gründe dafür ist, dass mehr als die Hälfte derer, die einen Angehörigen zu Hause betreuen, weiter berufstätig ist.

Neben dem Zeitaufwand spielen auch die Kosten für die Pflege eines Familienangehörigen eine Rolle. Dies gilt insbesondere dann, wenn Pflegende auf Gehalt verzichten müssen. Für 43 Prozent der Befragten ist eine Pflegeauszeit daher nur machbar, wenn der Staat oder Arbeitgeber sie unterstützen. Einen Verdienstausfall können sie sich nicht leisten. mp/sm

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