Stürze bei alten Menschen nehmen zu

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  • Artikel: 19.10.2010
Körperliches Training in Form von Übungen für Kraft, Koordination und Balance ..

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Mindestens einmal im Jahr stürzt ein Drittel aller Menschen im Alter über 65 Jahren. Knapp 20 Prozent der Betroffenen fallen so unglücklich, dass sie sich schwerwiegende Verletzungen zuziehen und dadurch dauerhaft pflegebedürftig werden.

mp Mannheim - Mindestens einmal im Jahr stürzt ein Drittel aller Menschen im Alter über 65 Jahren. Knapp 20 Prozent der Betroffenen fallen so unglücklich, dass sie sich schwerwiegende Verletzungen zuziehen und dadurch dauerhaft pflegebedürftig werden. Ursache der Stürzte ist oft ein gestörter Gleichgewichtssinn. Hinzu kommen nicht selten soziale und seelische Folgen. Aus Angst erneut zu fallen, bleiben viele ältere Menschen zu Hause. Das führt dazu, dass die Betroffenen unter Einsamkeit leiden, depressiv werden und sich mehr und mehr isoliert fühlen.

Daher ist es wichtig, den Grund für ein Schwindelgefühl oder für Gleichgewichtsstörungen herauszufinden. Dafür sollte ein Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO-Mediziner) aufgesucht werden, denn das für den Gleichgewichtssinn zuständige Organ befindet sich im Ohr. "90 Prozent der Stürze ereignen sich in der Bewegung - meistens beim Aufstehen, aber auch beim Laufen. Nicht selten sind sie Folge einer Störung des Gleichgewichtssinnes", erklärt Dr. Leif-Erik Walther, Hals-Nasen-Ohren-Facharzt aus Sulzbach im Taunus. "Dahinter können sich aber auch weitere Erkrankungen verbergen, die vom HNO-Arzt interdisziplinären Weitblick erfordern: zum Beispiel Muskel- und Gelenkerkrankungen, neurologische Störungen wie ein Morbus Parkinson oder Stoffwechselerkrankungen wie etwa ein Diabetes mellitus", erläutert Dr. Walther.

Darüber hinaus führen altersbedingte Strukturveränderungen des Gleichgewichtsorgans dazu, dass sich kleine Kristalle (Otokonien) darin lösen. Sie können einen sehr heftigen Drehschwindel auslösen. Dieser Lagerungsschwindel ist eine typische altersbedingte Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. "Bei den betroffenen Patienten muss schnell die richtige Diagnose gestellt und zügig eine effektive Therapie eingeleitet werden, da die Sturzgefahr bei Schwindelerkrankungen extrem erhöht ist", sagt der HNO-Facharzt. Gemäß seiner Erfahrung fallen etwa 70 Prozent der Patienten nach einem ersten Sturz erneut, wenn keine prophylaktischen oder therapeutischen Maßnahmen ergriffen werden.

Um ein bestehendes Risiko für Stürze zu erfassen, eignet sich beispielsweise der sogenannte Tinetti-Test. Dabei prüft der Arzt Gleichgewicht und Fortbewegung des Patienten. Anhand dessen lässt sich das individuelle Sturzrisiko ausdrücken. Auch einem Sturz vorzubeugen ist möglich. Körperliches Training in Form von Übungen für Kraft, Koordination und Balance trägt entscheidend dazu bei, die Sturzgefahr zu vermindern. mp/kosi

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