Soziale Normen beeinflussen das Gesundheitsverhalten

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  • Artikel: 08.10.2010

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Informationskampagnen zu gesundheitsbewusstem Verhalten wirken motivierender, wenn viele andere Menschen dem guten Beispiel bereits folgen. Das hat nun eine deutsche Studie belegt.

mp Heidelberg - Informationskampagnen zu gesundheitsbewusstem Verhalten wirken motivierender, wenn viele andere Menschen dem guten Beispiel bereits folgen. Das hat nun eine deutsche Studie belegt. Laut den Heidelberger Wissenschaftlern orientieren sich Menschen dabei einerseits an ihrem engen Umfeld, also an der Familie und an Freunden. Andererseits bewerten sie, wie sich "vergleichbare" Menschen verhalten. Dabei kann es sich beispielsweise um Personen handeln, die fremd sind und mit ähnlichen Situationen konfrontiert werden oder demselben Geschlecht angehören.

Die Experten um Professor Monika Sieverding haben Männer dazu aufgerufen, an einer Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilzunehmen. Einer Gruppe ist dabei mitgeteilt worden, dass im vorangegangenen Jahr lediglich jeder fünfte Mann bei einer solchen Untersuchung gewesen ist. Der zweiten Gruppe haben die Forscher dagegen erklärt, zuvor hätten sich bereits zwei Drittel der Männer vorsorglich untersuchen lassen. In der zweiten Gruppe ist die Teilnahmebereitschaft deutlich höher ausgefallen. "Die Information über eine geringe Nutzung hat somit keine motivierende, sondern tatsächlich eine demotivierende Wirkung. Nach dem Motto: Wenn so wenige Männer dort hingehen, dann wird das wohl auch seinen Grund haben", betont Sieverding. Bisher stellen viele Aufklärungskampagnen heraus, dass sich nur wenige Menschen gesundheitsbewusst verhalten. Es könnte sich als sinnvoll erweisen, diese Darstellungsweise in Zukunft zu überdenken. mp/sm

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