Schwindeln wichtiger Entwicklungsschritt bei Kindern

Mehr zu den Themen Kinderpsychologie, Kinder, Lügen
  • Autor: 
  • Artikel: 17.07.2010
Schwindeln gehört laut kanadischen Forschern bei Kindern zur Entwicklung.

Anzeigen

Lügen ist ein wichtiger Teil der kindlichen Entwicklung und beweist Intelligenz. Das teilt nun der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte unter Berufung auf kanadische Forscher mit.

mp Köln - Lügen ist ein wichtiger Teil der kindlichen Entwicklung und beweist Intelligenz. Wer die Wahrheit verbergen kann, muss zu komplizierten Gedankengängen fähig sein. Das teilt nun der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte unter Berufung auf kanadische Forscher mit. Diejenigen Kinder, die schon früh mit dem Schwindeln beginnen, verfügen bereits über die dazu benötigte Intelligenz. Sie setzen ihr vorhandenes Wissen zu ihrem Vorteil ein. Das bedeutet aber nicht, dass sie zu notorischen Lügnern werden, erklären die Wissenschaftler.

Die Experten um Professor Kang Lee, Direktor des Instituts Child Study an der Universität in Toronto, testeten bei der Studie die Ehrlichkeit von 1 200 Kindern zwischen zwei und 17 Jahren. Es zeigte sich, dass rund 20 Prozent der Zweijährigen nicht bei den Tatsachen blieb, im Alter von drei Jahren hielt sich nur noch die Hälfte der Kinder an die Wahrheit. Bei den Vierjährigen logen dann etwa 90 Prozent perfekt. Die höchste Schwindelrate erreichten die Zwölfjährigen, mit 16 Jahren war diese Tendenz wieder rückläufig.

Je älter die Kleinen werden, desto eher lügen sie. Sie wollen dadurch andere nicht verletzen beziehungsweise schützen. Außerdem wiesen die Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass es nicht so einfach ist, Lügen bei Kindern zu entlarven. So sind beispielsweise die Falschaussagen bei Sieben- bis Achtjährigen so durchdacht, dass sie kaum noch auffallen. Bei jüngeren Kindern besteht jedoch die Chance, dass sie bei ihren Ausreden noch zu wenig Details bedenken und somit beim Schwindeln erwischt werden. mp/al

Themen Kinderpsychologie, Kinder, Lügen

Gesundheitsfragen zum Thema

Stellen Sie hier Ihre individuelle Gesundheitsfrage