Schlaganfall-Folgen durch Enzymhemmung reduzieren

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  • Artikel: 23.09.2010

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Nach einem Schlaganfall produziert das Enzym NOX4 Wasserstoff-Peroxid, das die Nervenzellen tötet. Laut Wissenschaftlern der Universitäten Maastricht und Würzburg ergibt dies neue Ansatzpunkte für die Therapie.

mp Würzburg - Nach einem Schlaganfall produziert das Enzym NOX4 Wasserstoff-Peroxid, das die Nervenzellen tötet. Laut Wissenschaftlern der Universitäten Maastricht und Würzburg ergibt dies neue Ansatzpunkte für die Therapie.

Wird das Enzym mittels eines neuartigen Hemmstoffes lahmgelegt, kommt es nach einem Schlaganfall zu deutlich geringeren Schädigungen des Gehirns. Die Schutzwirkung besteht auch dann, wenn der Wirkstoff erst Stunden nach dem Anfall gegeben wird. Das haben zumindest Tierversuche gezeigt. Zudem haben Forscher der Deutschen Mausklinik am Helmholtz-Zentrum festgestellt, dass die Blockade des Gens für NOX4 bei Mäusen keine Nebenwirkungen hat. Diese Beobachtung könnte zu der Entwicklung eines nebenwirkungsarmen Hemmstoffes beitragen.

Nach Ansicht des an der Untersuchung beteiligten Schlaganfall-Forschers Christoph Kleinschnitz von der Neurologischen Klinik in Würzburg sind neue Therapieansätze bei Schlaganfall dringend notwendig. Die bekannten Behandlungen seien nur für rund zehn Prozent der Betroffenen geeignet. Außerdem sind bisherige Versuche, die Wirkung des zellschädigenden Wasserstoff-Peroxids zu unterbinden, gescheitert. "Wir zeigen jetzt aber einen ganz neuen Weg auf, weil wir das Übel an der Wurzel packen und das Enzym NOX4 direkt ausschalten können", erläutert der Wissenschaftler.

Da Wasserstoff-Peroxid und verwandte Zellgifte bei Erkrankungen wie Herzinfarkt, Krebs, Parkinson und Alzheimer ebenfalls eine Rolle spielen, könnte die Entdeckung der Enzymhemmung künftig auch die Therapie dieser Erkrankungen beeinflussen. mp/bk

 

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