Säuglinge haben Rhythmusgefühl

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  • Artikel: 18.03.2010

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Schon Babys bewegen sich spontan im Takt von Musik, es ist ihnen angeboren. Dies haben nun Forscher aus den USA und Finnland in einer Studie herausgefunden. Ihre Ergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.

In der Untersuchung haben die Wissenschaftler das Verhalten hinsichtlich der Musik von 120 Babys im Alter von fünf bis 24 Monaten erforscht. Die Kleinen können sich dem Tempo der Musik sogar gut anpassen, selbst wenn diese schnell wechselten.

Zudem haben die Kinder, die am intensivsten mit der Musik mit wippten, am stärksten gelächelt. Die Fähigkeit zu rhythmischen Bewegungen sowie das Bewegen selbst stuften die Forscher demnach als Freude für die Kleinen ein.

Das Phänomen zu einem Takt mit zu schwenken oder zu klopfen ist eine nahezu einzigartige Fähigkeit im Tierreich, nämlich die automatische Koordination einer Bewegung mit einem von außen kommenden Sinnesreiz.

Möglich wird diese Koordination, weil beim Menschen die für das Hören und die Bewegungssteuerung zuständigen Regelkreise im Gehirn ungewöhnlich eng miteinander gekoppelt sind, wissen Forscher seit einiger Zeit. Eine zentrale Frage ist aber bislang unbeantwortet: Ist diese Kopplung angeboren oder wird sie mit der Zeit erlernt?

Hinweise dazu gibt die Studie in beide Richtungen. So scheinen schon Neugeborene den Takt regelmäßiger Laute wahrnehmen zu können, kleine Kinder bevorzugen Musik in einem Rhythmus, den sie bereits aus Bewegungsübungen kennen. Echte synchrone Bewegungen hingegen lernen Menschen im Lauf der Zeit, denn sie sind erst ab dem Kindergartenalter zu beobachten. (Sarmina Hoffmann/gk)

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