Ratgeber: Was bei Glutenunverträglichkeit zu beachten ist

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  • Artikel: 12.07.2010
Magenbeschwerden und Blähungen können auf Glutenunverträglichkeit hindeuten.

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Viele Menschen verspüren oft ein Magengrummeln oder leiden unter Blähungen. Das kann zu unangenehmen Situationen führen und belastend sein. Halten diese Beschwerden länger an, ist ein Arzt aufzusuchen.

mp Düsseldorf - Viele Menschen verspüren oft ein Magengrummeln oder leiden unter Blähungen. Das kann zu unangenehmen Situationen führen und die Betroffenen belasten. Halten diese Beschwerden über einen längeren Zeitraum an und treten diese nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Denn dahinter kann sich ein chronisches Leiden wie die Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) verbergen. Sie führt bei den Betroffenen unter anderem zu Durchfall, Übelkeit, Blähungen, Völlegefühl sowie Vitamin- und Eisenmangel. Der Dünndarm reagiert dabei überempfindlich auf Klebereiweiß (Gluten). Es ist ein Inhaltsstoff aller einheimischen Getreide. Personen mit Zöliakie sollten daher Gerste, Hafer, Roggen, Weizen und Dinkel in ihrem Ernährungsplan meiden.

Im Schnitt soll einer von 1 000 Menschen in Deutschland von dieser Unverträglichkeit betroffen sein, bei Frauen kommt sie häufiger vor als bei Männern. Als Ursache der Zöliakie, auch einheimische Sprue genannt, wird eine genetische Veranlagung vermutet. Doch wie sie vererbt wird, ist unklar. Es kann aber auch ein Enzymdefekt vorliegen: Im Dünndarm fehlt ein Enzym, dadurch greifen giftige Substanzen die Dünndarmschleimhaut an oder zerstören sie sogar. Die Diagnose kann anhand einer Darmspiegelung gestellt werden, bei der eine Gewebeprobe des Dünndarms entnommen wird. Eine weitere Form des Nachweises erfolgt durch eine Blutabnahme mit Antikörperbestimmung. Ähnlich wie bei einer Allergie lassen sich spezielle Antikörper feststellen, die sich durch den Kontakt mit Gluten bilden.

An der Zöliakie leidende Personen müssen ihr Leben lang auf glutenhaltige Nahrungsmittel verzichten. Dazu zählen zum Beispiel Roggenmehl, Weizenmehl, Gerste, Hafer, Dinkel, Brot, Kuchen, Nudeln, Müsli sowie Bier. Das Gluten kommt aber auch versteckt in vielen anderen Produkten wie gebundenen Saucen, Suppen, Fertiggerichten oder Pudding vor. Zudem kann es sich in Speisen wie beispielsweise in Pommes Frites, Kartoffelpuffern, Chips, Ketchup, Senf und Schokolade verbergen. Auch Gewürzmischungen enthalten Getreidebestandteile.

Für Lebensmittel ist eine "glutenfrei"-Kennzeichnung verbindlich geregelt. Die EG-Verordnung Nr. 41/2009 der europäischen Kommission bestimmt die europaweit geltenden Anforderungen für Nahrungsmittel, die für Personen mit Zöliakie geeignet sind. So darf zum Beispiel die Angabe "sehr geringer Glutengehalt" nur verwendet werden, wenn der Glutengehalt des Lebensmittels maximal 100 Milligramm pro Kilogramm beträgt. Der Hinweis "glutenfrei" darf vermerkt werden, wenn das Erzeugnis weniger als 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm Lebensmittel enthält. Diese Verordnung ist ab dem 1. Januar 2012 verbindlich, die Bestimmungen können jedoch jetzt schon umgesetzt werden.

Im unverarbeiteten Zustand sind Lebensmittel wie beispielsweise Kartoffeln, Salate, Naturjoghurt, Milch, Butter, Pflanzenöle, Fisch, Meeresfrüchte, Zucker, Honig, Nüsse und Eier glutenfrei. Es ist ratsam, einen Ernährungsexperten für die glutenfreie Diät zu Rate zu ziehen, um gemeinsam einen ausgewogenen Speiseplan zu erstellen. Diese Diät muss dann vom Betroffenen strikt eingehalten werden, denn Diätfehler können schnell erneut die Symptome auslösen. Außerdem ist mit schweren Erkrankungen wie Darmkrebs zu rechnen, wenn die Diät abgesetzt wird. Neben der glutenfreien Ernährung ist auch die richtige Lagerung sowie Vor- und Zubereitung der Speisen wichtig, besonders wenn gleichzeitig für nichtbetroffene Familienmitglieder glutenhaltig gekocht oder gebacken wird. Um Verunreinigungen zu vermeiden, muss auf eine strikte Trennung der glutenfreien Lebensmittel von anderen Speisen geachtet werden.

Einer Glutenunverträglichkeit kann man zwar nicht mit Hilfe besonderer Maßnahmen entgegentreten, doch wenn die Erkrankung beim Auftreten der ersten Symptome diagnostiziert wird, bleiben zumindest schwere Mangelzustände aus. Die Lebenserwartung von Betroffenen unterscheidet sich nicht von der anderer Personen. Wird die glutenfreie Diät eingehalten, reduziert dies das Krebsrisiko und die Gefahr anderer Erkrankungen. Tanja Albat/mp mp/al

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