Ratgeber Urlaub: Reiseapotheke gehört mit ins Gepäck

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  • Artikel: 07.05.2010
Reiseapotheke

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Das sorgfältige Zusammenstellen der Reiseapotheke ist ein fester Bestandteilder Urlaubsvorbereitung. So können sich Urlauber im Falle des Falles viel Stress ersparen.

 

mp Düsseldorf - Das sorgfältige Zusammenstellen der Reiseapotheke muss ein fester Bestandteil der Urlaubsvorbereitung sein. So können sich die Urlauber im Falle des Falles viel Stress ersparen. Missverständnisse in Apotheken aufgrund der fremden Sprache oder nicht zur Verfügung stehende Medikamente können so vermieden werden. Der Inhalt der Reiseapotheke ist abhängig vom Urlaubsziel, von der Reisedauer und von der Art des geplanten Urlaubs. Grundlegende Dinge gehören in jede Reiseapotheke: Dazu zählen vor allem individuell notwendige Arzneimittel. Besteht eine chronische Erkrankung wie beispielsweise Diabetes oder Bluthochdruck, sind die erforderlichen Medikamente in ausreichender Menge mitzuführen. Im Ausland kann es häufig schwierig sein, diese Präparate in der gleichen Qualität zu erhalten.

Außerdem gehören Desinfektionsmittel wie zum Beispiel Jod oder steril verpackte Alkoholtupfer mit auf die Reise. In Ländern mit hohem Infektionsrisiko, sind kleinere Wunden so schnell wie möglich zu reinigen. Ebenso wichtig sind Brand- und Wundheilsalbe, bei Schnittwunden oder Splittern kann sich die Haut trotz Desinfektion entzünden. Zur Versorgung von Wunden zählen auch Pflaster, Mullbinden, sterile Wundkompressen, Klebeband, Schere, Dreieckstuch und Splitterpinzette.

Bei starkem Schnupfen ist ein gut wirksames Nasenspray hilfreich, dieses ist jedoch nicht zu lange anzuwenden, sonst werden die Schleimhäute geschädigt. Gegen leichten Husten helfen Acetylcystein (ACC) oder Hydrocodon. Ein sich festsetzender, schmerzhafter Husten ist von einem Arzt zu behandeln. Arzneimittel gegen leichte bis mittlere Schmerzen helfen bei der Behandlung von Fieber, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Gliederschmerzen. Treten jedoch starke Schmerzen und heftiges Fieber auf, ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen.

Vorsicht ist geboten in fremden Ländern, in denen Dengue-Fieber oder Gelbfieber auftreten, dort ist die Einnahme blutverdünnender Stoffe wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Diclofenac nicht ratsam. Paracetamol eignet sich in diesem Fall besser. Zudem ist in den von verschiedenen Fieberarten betroffenen Ländern ein guter Schutz gegen Mückenstiche unerlässlich. Dabei eignen sich beispielsweise Präparate mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET). Darüber hinaus sind zum Schutz vor Mückenstichen besonders in der Dämmerung, in stark betroffenen Gebieten auch tagsüber, lange Hosen und langärmelige Oberteile aus dickerem Stoff zu tragen. Außerdem empfiehlt sich für die Nacht ein Moskitonetz.

Des Weiteren sind Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen sowie Präparate gegen Durchfall ein Muss. Hilfreich gegen Übelkeit ist beispielsweise Metoclopramid (MCP). Hat man sich den Magen verdorben, sollte man viel trinken und nur leichte Kost wie Zwieback und Weißbrot essen. Gegen Durchfall können Kohletabletten und Loperamid helfen. Außerdem ist die Mitnahme von Elektrolyt-Glukose-Mischungen aus der Apotheke zu empfehlen, diese führen dem Körper Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe zu. Das Ersetzen von Wasser und Salzen ist unentbehrlich. Manche Menschen leiden im Urlaub an Verstopfung. Diesem Problem kann man am besten entgegenwirken, indem man genügend trinkt und ballaststoffreiche Nahrung zu sich nimmt. So kann unter anderem eine große Portion Obst mit getrockneten Pflaumen, Feigen und Melonen die gewünschte Wirkung erzielen. Bleibt der Erfolg aus, hilft ein mildes Abführmittel, an dieses sich der Körper aber nicht gewöhnen sollte.

Ebenfalls wichtig ist ein Sonnenschutz mit ausreichendem Lichtschutzfaktor. Die Stärke des Sonnenschutzmittels ist entsprechend des Reiseziels und Hauttyps auszuwählen. Damit wird nicht nur ein Sonnenbrand vermieden, sondern eventuellen Langzeitfolgen wie Hautkrebs vorgebeugt. Kommt es doch zu leichten Verbrennungen, helfen Après-Cremes oder ein Antihistaminikum, am besten in der Form eines kühlenden Gels. Bei starken Verbrennungen kann kurzfristig eine dünne Kortison-Lotion hilfreich sein.

Zieht man sich beispielsweise bei einer sportlichen Tätigkeit eine Prellung oder Verletzung zu, sind Erste-Hilfe-Maßnahmen notwendig. Entzündungshemmende Medikamente helfen gegen die Schmerzen und lassen Schwellungen abklingen. Halten diese jedoch länger an, muss ein Arzt zu Rate gezogen werden. Am besten suchen sich Urlauber vor ihrem Reiseantritt die Adressen von deutschsprachigen Ärzten im Reisegebiet heraus.  mp/al

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