Pflegen der Eltern für Töchter oft belastender als für Söhne

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  • Artikel: 11.06.2010
Pflege nach Schlaganfall

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Pflegen erwachsene Kinder einen Elternteil, der einen Schlaganfall erlitten hat, kann dies zur großen psychischen Belastung führen. Töchter weisen dabei ein höheres Risiko auf, eine Depression zu entwickeln, als dies bei Söhnen der Fall ist.

mp Düsseldorf - Pflegen erwachsene Kinder einen Elternteil, der einen Schlaganfall erlitten hat, kann dies zur großen psychischen Belastung führen. Töchter weisen dabei ein höheres Risiko auf, eine Depression zu entwickeln, als dies bei Söhnen der Fall ist. Darauf haben jetzt kanadische Wissenschaftler auf einem Jahrestreffen eines Schlaganfall-Netzwerkes hingewiesen. Als Grund nennen die Forscher, dass Frauen familiäre Werte oft als besonders wichtig ansehen und deshalb stärker unter der veränderten Situation leiden als Männer.

Laut Marina Bastawrous von der Universität Toronto verschiebt sich durch die Erkrankung das Eltern-Kind-Verhältnis dramatisch. Nach einem Hirnschlag benötigen viele Betroffene eine sehr intensive Versorgung, die mit der Pflege von Kleinkindern vergleichbar ist. Die eigenen Eltern in einer solchen Situation zu erleben, empfinden deshalb viele Kinder emotional als sehr belastend. Zudem bringe die Pflege älterer Patienten sowohl die Stärken als auch die Schwächen einer Familie ans Tageslicht, so die Expertin.

Ist das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern vor dem Schlaganfall angespannt gewesen, erhöht sich nach dem Auftreten der Erkrankung bei den Pflegenden die Gefahr für Depressionen. Zudem gilt vor allem bei einer nicht optimalen Eltern-Tochter-Beziehung, dass sie sich durch den Schlaganfall häufig zusätzlich verschlechtert - mit negativen Folgen für die Psyche des erwachsenen Kindes. Ärzte und die Gesellschaft sollten dies bedenken und die Pflegenden unterstützen, denn wenn es ihnen gut gehe, würden auch die Patienten davon profitieren. mp/sm

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