Neue Behandlung bei schwerer Depression

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  • Artikel: 02.11.2009
Depressionen

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Eine neue Behandlungsmethode gibt Schwerst-Depressiven neue Hoffnung. Mediziner der Universitätskliniken Bonn und Köln behandelten in einer Studie zehn Patienten mit einem sogenannten Hirn-Schrittmacher. Die Hirnstimulationen erzielten bei der Hälfte der Probanden, deren massive Depressionen sich bisher durch keine Therapien verbessern lassen konnten, positive Auswirkungen.

Mit einem elektrischen Schrittmacher beeinflussten Ärzte gezielt die Funktionen bestimmter Hirngebiete. Für die tiefe Hirnstimulation implantierten die Mediziner den Patienten Elektroden in den Nucleus accumbens. Dieses Hirnzentrum spielt im sogenannten Belohnungssystem, welches bei depressiven Menschen in seiner Funktion gestört sein kann, eine zentrale Rolle.

An der Behandlung nahmen zehn Probanden mit schwerster Depression teil, welche bisher weder auf Medikamente noch auf Psychotherapie positiv reagierten. Nach Stimulierung der einzelnen Hirnregionen zeigten sich nach einigen Tagen Erfolge. Bei der Hälfte der Studienteilnehmer verbesserte sich die depressive Symptomatik deutlich. Die Entwicklung eines Gewöhnungseffekts schlossen die Ärzte aus, da die Stimulation nach einem Jahr immer noch so gut wirkte wie zu Beginn der Behandlung.

Thomas Schäper von der Bonner Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie erklärt: „So beobachteten wir unter anderem eine zunehmende Aktivität der Patienten. Das ging so weit, dass einige von ihnen nach vielen Jahren der Arbeitsunfähigkeit sogar wieder arbeiten konnten. Keiner unserer Patienten hatte jemals zuvor in ähnlich starker Weise auf irgendeine Therapie angesprochen.“

Obwohl die Hirnfunktion der Patienten nicht beeinträchtigt wurde, erinnern Wissenschaftler an ethische Faktoren bei Eingriffen ins Gehirn und an die Risiken solcher Operationen. Die Ergebnisse der Studie erscheinen in Kürze in der Zeitschrift „Biological Psychiatry“[1].

Weiterführende Links:

[1] http://www.journals.elsevierhealth.com/periodicals/bps

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