Mammografie wirkungsvollste Methode zur Brustkrebs-Früherkennung

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  • Artikel: 11.05.2010
Bei den Verfahren zur Brustkrebs-Früherkennung sei immer eine Abwägung von Nutze

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Die Mammografie soll laut Experten nach wie vor die wirkungsvollste Methode zur Brustkrebs-Früherkennung sein. Diskussionsstoff lieferten einige Studien, die Magnetresonanz-Therapie als wirksamer ansehen.

mp München - Die Mammografie soll laut Experten nach wie vor die wirkungsvollste Methode zur Brustkrebs-Früherkennung sein. Einige deutsche Universitätszentren lieferten Diskussionsstoff, da ihrer Studien die Magnetresonanz-Therapie (MRT) als wirksamer auswiesen. Doch deswegen "die Röntgen-Mammografie grundsätzlich zu verdammen, ist schlichtweg eine wissenschaftlich unzulässige Vereinfachung", erläutert Professor Walter Heindel, Leiter des Referenzzentrums Mammographie an der Universitätsklinik Münster. Bei der Trefferquote bösartiger Tumore müsse genau unterschieden werden nach dem Alter der untersuchten Frauen und ihrem allgemeinen Risiko. Hierzulande erkranken laut dem Berufsverband der Frauenärzte (BVF) rund 58 000 Frauen jedes Jahr neu an Brustkrebs, circa 16 700 der Betroffenen sterben daran.

In einer Studie mit mehreren hundert Frauen zeigten vier deutsche Universitätszentren, dass mit der MRT mehr Tumore erkannt wurden als mit Mammografie oder Ultraschall. Deshalb forderten einige Forscher eine Umstellung der ärztlichen Leitlinien bei der Früherkennung von Brustkrebs. Zudem begründeten sie dies mit der hohen Röntgenstrahlen-Belastung während der Mammografie gerade bei jüngeren Frauen. Die Studie habe eine spezielle Gruppe von Frauen mit einem genetischen oder familiären Brustkrebsrisiko untersucht. Daraus allgemeine Aussagen für alle zu treffen, sei fatal und verunsichere viele Frauen und Gynäkologen, kritisiert Heindel. "Bei den Verfahren zur Brustkrebs-Früherkennung ist immer eine Abwägung von Nutzen und potenziellem Risiko nötig. Richtig ist, dass bei der speziellen Gruppe eher jüngerer Frauen mit einem erhöhten erblichen Risiko die MRT effektiver ist", erläutert der Experte. Bei jüngeren Frauen sei das Drüsengewebe der Brust dichter und das bedeute beim Röntgen "weniger Sicht".

Hingegen sei das Röntgenverfahren bei älteren Frauen von 50 bis 69 Jahren wirksamer, da mit zunehmenden Alter die Strahlen-Durchdringung des Drüsengewebes besser werde. Das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Brustkrebs liegt laut Heindel bei 64 Jahren. Expertengremien sollten sich zunächst mit neuen Untersuchungsergebnissen auseinander setzen, bevor sie Leitlinien einzelner Mediziner öffentlich infrage stellen, beanstandet der Mammografie-Fachmann. mp/al

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