Libyen-Hilfe: Ärzte ohne Grenzen meldet Einreiseverbote für Ärzte

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  • Artikel: 03.03.2011

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Die Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen meldet heute in einer Pressemeldung, dass vielen Helfern der Organisation der Zugang zu den Krisenherden in Libyen verwehrt würde. So warteten unter anderem auch 17 Helfer an der tunesischen Grenze, denen bislang jedoch keine Einreiseerlaubnis erteilt wurde.

aw/gesundheitkompakt - Ein in der Stadt Bengasi stationiertes Hilfsteam von Ärzte ohne Grenzen erhielt mehrere Hilfsapelle von Ärzten in umkämpften Gebieten. So sei die Lage in der Stadt Misurata dramatisch. Durch die anhaltenden Kämpfe würden dort dringend Hilfslieferungen für Verwundete benötigt, die derzeit jedoch nicht stattfinden könnten. Anne Châtelain, medizinische Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Bengasi, berichtet, dass Zugangsstraßen von bewaffneten Männern blockiert würden.

Helfer-Teams von Ärzte ohne Grenzen würden an der tunesischen Grenze an der Einreise nach Libyen gehindert. Dabei würde diese Hilfe in Libyen dringend benötigt. Besonders der von gewalttätigen Auseinandersetzungen betroffene westliche Teil Libyens sei derzeit nicht zu erreichen.

In der Hauptstadt Tripolis würden Krankenhäuser aus Angst vor Repressalien durch Milizen gemieden. "Ärzte behandeln die Verwundeten außerhalb des staatlichen Gesundheitssystems in Privathäusern", sagt Rosa Crestani, Notfallkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen. "Sie bitten uns um Medikamente - auch um Mittel zur Schmerzbehandlung - und um chirurgische Geräte, um die Verletzten behandeln zu können. Im Moment ist es aber unmöglich, sie zu erreichen."

Ärzte ohne Grenzen fordert Zugang zu den von Gewalt betroffenen Gebieten, um Nothilfe leisten zu können, und fordert darüber hinaus die Konfliktparteien auf, die Neutralität medizinischer Einrichtungen zu respektieren sowie das Recht der Menschen auf eine sichere medizinische Versorgung.

In Bengasi unterstützt Ärzte ohne Grenzen die Krankenhäuser mit kostenlosen Medikamenten und medizinischem Material, die dort in den letzten Tagen mehr als 1.800 Verletzte behandelten. Die Lieferungen umfassten bisher rund 17 Tonnen Medikamente und medizinisches Material.

Die ehrenamtlichen Tätigkeiten der Organisation Ärzte ohne Grenzen sind auch im Fall Libyen Gold wert. Der Forderung nach freiem Zugang für die Helfer schliessen wir uns nachdrücklich gern an. An dieser Stelle noch ein Hinweis der Redaktion: Helfen kann man übrigens nicht nur als Arzt vor Ort, sondern auch mit einer Spende[2]. aw/gesundheitkompakt

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