Kindesmisshandlung mit Arzneimitteln erforscht

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  • Artikel: 26.07.2010
Überflüssige Medikamentengaben an Kinder sind eine Form der Mißhandlung.

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Der absichtliche und übermäßige Gebrauch von Arzneimitteln stellt eine bisher kaum berücksichtigte Form der Kindesmisshandlung dar. Darauf weisen jetzt US-Experten hin.

mp Düsseldorf - Der absichtliche und übermäßige Gebrauch von Arzneimitteln stellt eine bisher kaum berücksichtigte Form der Kindesmisshandlung dar. Darauf weisen jetzt US-Experten hin. Sie haben sich dem Thema in einer Studie gewidmet und diese Art der Misshandlung genau definiert. Laut dem "Journal of Pediatrics" setzen einige Eltern Medikamente aus unterschiedlichen Gründen vorsätzlich missbräuchlich bei ihren Kindern ein. Hierzu gehören unter anderem die Bestrafung der Heranwachsenden, das Amüsieren über die Wirkung der Medikamente oder der Wunsch nach einer Pause von der Verantwortung für die Sprösslinge. Verabreicht werden den Kleinen unter anderem starke Beruhigungs- und Schlafmittel, Schmerzmittel, Hustensäfte oder Medikamente zur Behandlung psychischer Erkrankungen.

Allein in den USA sollen jährlich eine Million Kinder von dieser Art der Misshandlung betroffen sein. Bei 14 Prozent der für die Studie untersuchten 1 400 Fälle hat es mittelschwere bis gravierende negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder gegeben. Einige Heranwachsende sind sogar zu Tode gekommen. Nahezu die Hälfte der mit Medikamenten misshandelten Sprösslinge ist mit mindestens einem Beruhigungsmittel ruhiggestellt worden. Ärzte sollten bei ihren kleinen Patienten auf mögliche Anzeichen für diese spezielle Art des Kindesmissbrauchs achten. mp/sm

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