Hirnschäden können moralische Entscheidungen beeinflussen

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  • Artikel: 31.03.2010

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Schädigungen bestimmter Hirnregionen können die moralischen Entscheidungen von Menschen beeinflussen. Dies haben nun US-Forscher des Massachusetts Institute of Technology nachgewiesen.

mp Düsseldorf - Schädigungen bestimmter Hirnregionen können die moralischen Entscheidungen von Menschen beeinflussen. Dies haben nun US-Forscher des Massachusetts Institute of Technology nachgewiesen.

In einer Studie haben sie Probanden mit unverletzten und geschädigten Gehirnen Situationen bewerten lassen, die ein moralisches Dilemma widerspiegeln. Bei den Versuchsteilnehmern mit Gehirnschäden sind diese in den Bereichen lokalisiert gewesen, die für die Verarbeitung von Emotionen und das Erkennen von Absichten anderer zuständig sind. Moralisch eingestuft werden sollten zwei Fälle: In einem ist es um eine Person gegangen, die einen anderen Menschen versehentlich getötet hat, weil sie seinen Kaffee süßen wollte und dabei ein Gift mit Zucker verwechselt hat.

Das zweite Fallbeispiel hat sich um eine Person gedreht, die absichtlich Gift in den Kaffee eines anderen Menschen gegeben hat, um ihn zu töten, was jedoch fehlgeschlagen ist. Den zweiten Fall hatten die Versuchsteilnehmer mit Hirnschädigungen als moralisch weniger verwerflich eingestuft als die unbeabsichtigte Tötung. Menschen ohne Schädigung der genannten Hirnbereiche bewerten die beiden Fallbeispiele dagegen in aller Regel umgekehrt. mp/sm

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