Geringere Unfallgefahr im Alter durch Gehirnjogging

Mehr zu den Themen Altersbedingt, Demenz
  • Autor: 
  • Artikel: 28.07.2010
Gehirnjogging verbessert die Hirnleistung bei älteren Menschen.

Anzeigen

Gehirnjogging verbessert die Hirnleistung bei älteren Menschen und senkt damit die Unfallgefahr im Haushalt und im Straßenverkehr.

mp Köln - Gehirnjogging verbessert die Hirnleistung bei älteren Menschen und senkt damit die Unfallgefahr im Haushalt und im Straßenverkehr. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass bei Senioren ab 70 Jahren die Unfallhäufigkeit stark zunimmt, bei den 75-Jährigen erreicht diese im Straßenverkehr sogar wieder das Niveau der 18- bis 24-Jährigen. Der Grund dafür liegt in der schwindenden Hirnleistungsfähigkeit, wie die Unfallforscher der Deutschen Versicherer (GDV) jetzt berichteten. Sie haben untersucht, inwieweit sich das durch Training verbessern lässt.

Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich die Leistungsfähigkeit des Gehirns, insbesondere die sogenannten fluiden kognitiven Funktionen wie beispielsweise die Aufmerksamkeit, die Konzentration oder die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung. Diese Funktionen sind ein Bindeglied zwischen Sensorik und Motorik und somit unerlässlich für komplexe Wahrnehmungsprozesse sowie Planung und Steuerung des Verhaltens. Nehmen im Alter diese Funktionen ab, erhöht sich das Risiko für Unfälle im Haushalt und im Straßenverkehr.

Miteinander verglichen wurden die Auswirkungen von Fitnesstraining, Gehirnjogging und Entspannungstraining. 142 Menschen im Alter von 65 bis 88 Jahren wurden in drei Gruppen eingeteilt, die je eine der Disziplinen über vier Monate trainierten; die Übungen fanden zweimal wöchentlich über 90 Minuten statt. Die kognitive Leistungsfähigkeit wurde vor und nach dem Training durch neuropsychologische Testverfahren und elektrophysiologische Untersuchungsverfahren (EEG) erfasst. Zusätzlich wurden ein körperlicher Belastungstest und eine Reihe von Fragebögen zum subjektiven Wohlbefinden eingesetzt.

Es zeigte sich, dass sich die Teilnehmer zwar durch das Fitness- und auch durch das Entspannungstraining körperlich besser fühlten als zuvor, aber auf ihre Hirnleistungsfähigkeit hatten die Übungen keinen Einfluss. Anders dagegen das Gehirnjogging. Die Senioren konnten dadurch klar ihre Aufmerksamkeit verbessern, ihre Ablenkbarkeit senken, ihr verbales Kurz- und Langzeitgedächtnis stärken sowie ihre Feinmotorik steigern, speziell die der Hand/Auge-Koordination. Die Ergebnisse weisen also darauf hin, dass regelmäßiges kognitives Training bestimmte Hirnfunktionen bei Senioren messbar verbessert. Dadurch kann das Verhalten in risikoreichen Situationen effizienter werden. Potenzielle Gefahren werden schneller erkannt.

Um Gehirnjogging zu betreiben, müssen nicht teure Gerätschaften oder ähnliches angeschafft werden. Es reicht, regelmäßig Sudoku-Rätsel zu lösen oder ab und zu Wörter rückwärts zu buchstabieren. Gut ist auch, während des Einkaufs die Warenpreise im Korb zusammenzurechnen. Hilfreich ist jede Übung, die die normale Denkweise unterbricht. Daher geht vom Lösen von Kreuzworträtseln kein Trainingseffekt aus, weil dabei lediglich gespeichertes Wissen abgerufen wird. mp/kosi

Gesundheitsfragen zum Thema

Stellen Sie hier Ihre individuelle Gesundheitsfrage

Passende Ärzte