Gehirn soll bald Prothesen steuern können

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  • Artikel: 29.06.2010

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Vom Gehirn gesteuerte Prothesen sollen in Zukunft echte Gliedmaßen noch besser ersetzen als bisherige künstliche Körperteile. Deutsche Forscher wollen dafür leistungsstarke Schnittstellen zwischen der Technik und dem Denkorgan entwickeln.

mp Bremen - Vom Gehirn gesteuerte Hightech-Prothesen sollen in Zukunft echte Gliedmaßen noch besser ersetzen als bisherige künstliche Körperteile. Forscher der Universität Bremen wollen dafür leistungsstarke Schnittstellen zwischen der Technik und dem Denkorgan entwickeln. In dem Forschungsschwerpunkt "Neurotechnologie" möchten die Experten sogenannte Neuroprothesen konstruieren. Diese sollen auf bereits existierenden künstlichen Körperteilen basieren. Viele Prothesen für Arme oder Hände erreichen schon heute eine mechanische Präzision, die an die des menschlichen Originals sehr nahe herankommt. Dasselbe gilt für moderne Beinprothesen. Allerdings erfolgt die Steuerung häufig noch mechanisch oder ist nicht sehr präzise.

Um einen echten Finger zu bewegen, werden vom Gehirn bestimmte Signale im zentralen Nervensystem erzeugt und im Körper weitergeleitet. Mit diesen Signalen sollen zukünftig auch Neuroprothesen steuerbar sein. Das heißt, der Träger eines solchen künstlichen Körperteils kann dieses im Idealfall ganz intuitiv und ohne eine zusätzliche mechanische Steuerung verwenden. Hör- und Sehprothesen sollen dann ebenfalls direkt vom Gehirn "angetrieben" werden können, sofern es den Experten gelingt, entsprechende Steuerungsmechanismen zu erarbeiten.

Dafür muss zunächst eine Schnittstelle zwischen den technischen Bauteilen und den Nerven der Menschen geschaffen werden. Erforderlich ist dafür eine Technologie, welche die Signale des Gehirns sehr genau und in möglichst großer Vielfalt sicher und über lange Anwendungszeiträume erfassen und auch von der Prothese kommende Signale an das Gehirn übergeben kann. Außerdem muss die "Signalsprache" des Gehirns in die des technischen Körperteils übersetzt werden, damit eine problemlose Kommunikation möglich ist. mp/sm

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