Fachkräftemangel wird zu Notstand in der Gesundheitsversorgung führen

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  • Artikel: 20.10.2010
2020 werden in Deutschland fast 56 000 Ärzte sowie 140 000 Pflegekräfte fehlen.

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Einen grundlegenden Umbau des Gesundheitssystem in Deutschland mahnt jetzt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PwC) an. Der sich abzeichnende Fachkräftemangel mache dies unverzichtbar.

mp Berlin - Einen grundlegenden Umbau des Gesundheitssystem in Deutschland mahnt jetzt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PwC) an. Der sich abzeichnende Fachkräftemangel mache dies unverzichtbar, da bereits im Jahr 2020 fast 56 000 Ärzte sowie 140 000 Pflege- und andere nicht-ärztliche Fachkräfte fehlen würden. Bis 2030 drohe die Personallücke in der Gesundheitsversorgung gar auf über 950 000 Fachkräfte anzuwachsen. Das geht aus einer Studie von PwC in Zusammenarbeit mit dem Darmstädter WifOR-Institut hervor, für die mehr als 20 Millionen Datensätze zu Arbeitsmarkt, Altersstruktur und Ausbildungsentwicklung der ärztlichen und nicht-ärztlichen Fachkräfte im Gesundheitswesen analysiert wurden. Nicht berücksichtigt ist dabei der Personalbedarf in der Altenpflege.

Verantwortlich für den Fachkräftemangel ist in erster Linie der demografische Wandel. Die Alterung der Gesellschaft lässt die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen steigen. Gleichzeitig gehen in den kommenden Jahren immer mehr Fachkräfte in den Ruhestand, ohne dass ausreichender Nachwuchs zur Verfügung steht. Geschieht nichts, werden sich die Wartezeiten beim Hausarzt bis 2030 verdoppeln. In den Krankenhäusern müssten die Schwestern dann durchschnittlich 60 Stunden in der Woche arbeiten, um die bisherige Versorgungsqualität zu halten.

Das alles würde laut der Studie nicht nur zu einer desolaten Versorgungssituation der Patienten und einer enormen Überlastung der verbliebenen Fachkräfte führen, sondern auch erhebliche volkswirtschaftliche Kosten verursachen. Den Berechnungen zufolge geht der Gesamtwirtschaft bis 2030 auf Grund des Fachkräftemangels eine Wertschöpfung in Höhe von 35 Milliarden Euro verloren. mp/kosi

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