Essgestörte verarbeiten Gefühle anders

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  • Artikel: 27.10.2010
Bei Menschen mit Magersucht läuft die Gefühlsbewältigung im Gehirn anders ab ...

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Menschen mit Essstörungen verarbeiten ihre Gefühle anders als gesunde Personen. Was dabei im Gehirn geschieht, will nun ein deutscher Experte mittels eines bildgebenden Verfahrens erforschen.

mp Dresden - Menschen mit Essstörungen verarbeiten ihre Gefühle anders als gesunde Personen. Was dabei im Gehirn geschieht, will nun ein deutscher Experte mittels eines bildgebenden Verfahrens erforschen. Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden setzt Professor Stefan Ehrlich die Magnetresonanztomografie ein, um neuronalen Prozessen im Denkorgan Magersüchtiger auf die Spur zu kommen. Ein Beispiel für typisches Verhalten der meisten Menschen ist, sich durch Essen selbst zu belohnen oder zu motivieren - etwa mit einem Stück Schokolade. "Bei Patientinnen mit Magersucht dagegen funktioniert es genau umgekehrt", so Ehrlich. "Das positive Gefühl entsteht durch den Verzicht auf Nahrung."

 Sowohl das normale als auch das veränderte Belohnungssystem des Menschen lässt sich anhand der dazu im Gehirn ablaufenden Aktivitäten ablesen. Vor allem das komplexe Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Areale könnte ein Schlüssel dafür sein, die bei Magersüchtigen veränderte Verarbeitung von Emotionen zu beschreiben und zu interpretieren. Würden diese Prozesse besser verstanden, könnten sich zukünftig effizientere und zielgerichtete Therapiemaßnahmen für die Betroffenen entwickeln lassen. mp/sm

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