Epilepsie: Chirurgische Eingriffe besser als Medikamente

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  • Artikel: 31.05.2010

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Chirurgische Eingriffe am Gehirn sollen bei der Behandlung von Epilepsie mehr Vorteile bringen als die Therapie mit Medikamenten. Das haben nun schwedische Forscher in einer Studie nachgewiesen.

mp Göteborg/Schweden - Chirurgische Eingriffe am Gehirn sollen bei der Behandlung von Epilepsie mehr Vorteile bringen als die Therapie mit Medikamenten. Das haben nun schwedische Forscher in einer Studie nachgewiesen. Durch die Epilepsie kommt es bei vielen Betroffenen zu fortschreitenden Problemen mit dem Erinnerungsvermögen. Nach einer Operation sind gemäß den Experten der Universität Göteborg bei den Versuchsteilnehmern nicht nur die Anfälle gelindert worden oder verschwunden gewesen. Auch hat sich langfristig die Gedächtnisleistung bei den Patienten verglichen mit gesunden Personen nicht weiter verschlechtert. Dagegen haben die Epileptiker aus einer Vergleichsgruppe, die nur mit Medikamenten behandelt worden sind, am Ende des Versuchszeitraums mehr Probleme mit ihrer Merkleistung gezeigt als gesunde Menschen.

Allerdings kann es durch die Operation durchaus vorübergehend zu einer Beeinträchtigung der Gehirnleistung kommen, die in der Studie zwei Jahre nach den Eingriffen beobachtet worden ist. Zehn Jahre nach der Operation ist eine zweite Untersuchung durchgeführt worden, die belegt hat, dass sich die Leistung in der Zwischenzeit nicht weiter verschlechtert hat. Wie stark die Beeinträchtigungen sind, hängt jeweils vom Einzelfall ab, betonen die Wissenschaftler. Sie sind der Meinung, dass Menschen, die an einer mit Medikamenten nicht behandelbaren Epilepsie leiden, schon im frühen Stadium ihrer Krankheit auf die Möglichkeit einer Operation hingewiesen werden sollten. So könnte der Verlust der Gehirnleistung langfristig minimiert werden. mp/sm

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