Empfehlenswert: HPV-Impfung für Männer

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  • Artikel: 11.02.2011
Der HPV-Impfstoff bewährt sich seit Jahren bei den Frauen, doch auch Männer..

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Der HPV-Impfstoff bewährt sich seit Jahren bei den Frauen, doch auch Männer soll das Serum vor den Viren schützen, die Krebs und Genitalwarzen hervorrufen können.

mp Düsseldorf - Auch Männer schützt der seit einigen Jahren für Frauen erhältlich Impfstoff gegen die humanen Papillomaviren (HPV). Die Viren können bei Frauen Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen verursachen, aber auch Männer werden von den Erregern befallen. Der Impfstoff soll sie ebenfalls vor sogenannten Krebsvorstufen wie einer äußeren Genitalläsion schützen, aus der Krebs entstehen kann. Das hat jetzt eine Studie internationaler Wissenschaftler ergeben, die ihre Ergebnisse im Fachmagazin "The New England Journal of Medicine" veröffentlich haben [1].

Dabei erhielten 4 065 Jungen und Männer im Alter von 16 bis 26 Jahren entweder den Impfstoff gegen die häufigsten HP-Viren 6, 11, 16 und 18 oder ein Scheinmedikament. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug knapp drei Jahre. Ein Großteil der Teilnehmer war zu diesem Zeitpunkt frei von HP-Viren. Bei ihnen wirkte das Serum mit einem 90-prozentigen Schutz gegenüber äußeren Genitalläsionen und einem 89-prozentigen Schutz gegenüber Genitalwarzen am besten. Krebsvorstufen konnten komplett abgewehrt werden. Bei den übrigen Studienteilnehmern lag die Wirkung - unabhängig davon, ob sie das Medikament oder ein Placebo erhalten hatten - bei rund 65 Prozent in allen Bereichen.

Bereits vor mehr als zwei Jahren wurde eine ähnliche Studie mit einem vergleichbaren Ergebnis auf der Konferenz der European Research Organisation on Genital Infection and Neoplasia (EUROGIN) in Nizza vorgestellt. In den USA ist der HPV-Impfstoff seit kurzem auch bei Männern zum Schutz vor Warzen und zum Schutz vor Analkrebs und assoziierten Krebsvorstufen zugelassen.

Der häufigste Grund einer Infektion ist ungeschützter Geschlechtsverkehr. Drei Viertel aller sexuell aktiven Frauen stecken sich hierzulande mit HPV an und erhöhen dadurch das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. In Deutschland sind davon jedes Jahr rund 7 000 Frauen betroffen. Auch vor Männern macht das Virus nicht halt. Meist löst es nichts aus, wird aber durch sexuelle Handlungen übertragen, was wiederum für Frauen kritisch ist. In seltenen Fällen führen die Viren beim Mann zu bösartigen Veränderungen an den Genitalien, doch können sich Karzinome am Penis bilden. Sowohl sexuell aktive Männer als auch Frauen sollten sich daher regelmäßig von einem Urologen beziehungsweise Gynäkologen untersuchen lassen. mp/kosi

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