Betablocker gegen Migräne

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  • Artikel: 18.11.2010
 Durch Patientenschulungen und bestimmte Medikamente kann Migräne gelindert ...

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Mit Betablockern und einer verhaltenstherapeutischen Schulung haben sich die Beschwerden von mehr als drei Viertel der Migränepatienten in einer US-Studie lindern lassen. Darauf weist nun die Deutschen Gesellschaft für Neurologie hin.

mp Berlin - Mit Betablockern und einer verhaltenstherapeutischen Schulung haben sich die Beschwerden von mehr als drei Viertel der Migränepatienten in einer US-Studie lindern lassen. Darauf weist nun die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) unter Berufung auf Forscher der Universität Ohio hin. Diese haben mit ihrer Untersuchung erstmals belegt, dass die Kombination der Medikamente und des richtigen Verhaltens die Anzahl der Migräneattacken und -tage über einen Zeitraum von 16 Monaten deutlich gesenkt hat. Dabei ist die Lebensqualität der Versuchsteilnehmer erheblich gestiegen.Unter einer verhaltenstherapeutischen Schulung ist zu verstehen, dass die Patienten in der Anfangsphase der Studie mehrmals in einem Kopfschmerzzentrum erscheinen oder dort anrufen mussten. Sie haben von den Experten Informationen über die Erkrankung und sinnvolle Vorgehensweisen während eines Anfalls beziehungsweise zur Vorbeugung von Attacken erhalten. Denn der Lebenswandel kann die Migränehäufigkeit mit beeinflussen. Betablocker sind eine Gruppe von Arzneien, die im Körper bestimmte Andockstellen blockieren und dadurch die Wirkung von Stresshormonen reduzieren. Diese Medikamente werden häufig gegen Bluthochdruck und bei Herzerkrankungen eingesetzt."Bemerkenswert ist, dass diese Patienten schon vor Studienbeginn eine optimale Behandlung für ihre akuten Migräneattacken bekommen hatten", erklärt Professor Hans-Christoph Diener von der DGN. Diese Untersuchung zeige, dass es trotz aller Fortschritte in der Migränetherapie, die in den vergangenen Jahren erzielt worden sind, noch immer einen erheblichen Spielraum für Verbesserungen gibt. Wichtig sei die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Neurologen und Verhaltenspsychologen, ist Diener überzeugt. mp/sm

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