Angst ist weiblich, Zorn ist männlich - Mimik wirkt geschlechtsspezifisch

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  • Artikel: 11.03.2010

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Gesichter, die Zorn ausdrücken, wirken männlicher. Sobald sie Angst widerspiegeln, erscheinen sie dem Betrachter weiblicher. Dies haben Wissenschaftler der Universität in Quebec herausgefunden und im Journal of Vision publiziert.

Ausgangspunkt der Untersuchung war die Erkenntnis der Forscher, dass den Versuchsteilnehmern ein zorniges Gesicht prinzipiell männlicher erschien, während bei Freude und Angst in einem Gesicht sofort weiblichere Züge assoziiert wurden. Demnach erkannten die  Testpersonen erst nach längerem Betrachten ein Gesicht mit zornigen mimischen Zügen als das einer Frau. Es fiel dem Gehirn also schwer, die als männlich eingestufte Emotion einem weiblichen Gesicht zuzuordnen.

Die Forscher fragten sich nun, ob der Gesichtsausdruck bei der Frage Mann oder Frau sogar zum alleinigen Erkennungsmerkmal werden kann. Zudem interessierte sie, ob die Reaktionszeit bei der Geschlechtererkennung von den gezeigten Gefühlen beeinflusst wird.

In einem nächsten Versuch wurden den Probanden computer generierte androgyne Gesichter in den Varianten fröhlich, ängstlich und zornig vorgeführt. Die Probanden erkannten das eigentlich geschlechtslose Gesicht als weiblich, sobald es lächelte oder ängstlich wirkte. Dementsprechend stuften sie ein zornig aussehendes Gesicht als männlich ein.

In der Untersuchung zur Reaktionszeit bezüglich der Geschlechtererkennung sollten die Teilnehmer 10 - ebenfalls computer generierte- männliche und weibliche Gesichter dem jeweiligen Geschlecht zuordnen. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass wenn die anatomischen Gesichtszüge mit den gezeigten Emotionen übereinstimmten, die Probanden das Geschlecht sehr schnell bestimmen konnten. Sobald jedoch eine Frau die als männlich eingestufte Emotion Zorn zeigte, oder ein Mann ängstlich oder fröhlich schaute, waren die Reaktionszeiten zur Geschlechterbestimmung deutlich länger. (Sarmina Hoffmann/gk)

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