Ärzte ohne Grenzen evakuieren erneut Kriegsverletzte aus Misrata

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  • Artikel: 26.04.2011

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Ärzte ohne Grenzen hat von Freitag auf Samstag per Schiff 99 Personen aus dem libyschen Misrata nach Zarzis in Tunesien evakuiert, darunter 64 Kriegsverwundete und 35 Begleitpersonen. Der Einsatz fand zwei Wochen nach einer ersten Boots-Evakuierung der medizinischen Nothilfeorganisation von 71 Kriegsverletzten statt.

Dieses Mal war ein Team von Ärzte ohne Grenzen in der Lage auch medizinische Einrichtungen in Misrata zu besuchen. Die Bevölkerung der Stadt ist durch die andauernden Kämpfe von externer Versorgung abgeschnitten. Krankenhäuser und Kliniken sind mit Verletzten überfüllt.

“Seit Wochen versuchen die Ärzte verzweifelt, mit dem Ansturm an Patienten zurecht zu kommen. Sie haben zu wenig Personal und medizinisches Material, um die Verwundeten und chronisch Kranken zu behandeln”, sagt Dr. Morten Rostrup, ein Arzt von Ärzte ohne Grenzen, der auf dem Schiff im Einsatz war. “Wegen des heftigen Beschusses in Mistrata in den vergangenen Tagen verschlechtert sich die Situation weiter. Die Krankenhäuser müssen ihre Patienten ohne abgeschlossene Behandlung entlassen, um neue Verwundete aufzunehmen. Viele Verletzte können medizinische Einrichtungen nicht erreichen, ohne erneut ihr Leben zu riskieren.”

Das Team der zweiten medizinischen Evakuierungsaktion bestand aus sieben Ärzten, sechs Krankenschwestern und einem Psychologen, darunter neun Freiwillige aus Tunesien. Sie haben den 64 Patienten während der Überfahrt nach Tunesien medizinische Nothilfe geleistet. Der Weitertransport der Patienten wurde von den tunesischen Gesundheitseinrichtungen und dem Roten Halbmond organisiert.

Der Einsatz wurde unabhängig von allen Konfliktparteien in Übereinstimmung mit den Prinzipien der Neutralität und Unparteilichkeit von Ärzte ohne Grenzen durchgeführt. Ärzte ohne Grenzen weitet die Hilfe für die von der Gewalt betroffenen Bevölkerung unabhängig von ihrer politischen und ethnischen Zugehörigkeit und unabhängig von jeder politischen Erwägungen weiter aus, während der Konflikt in Libyen andauert.

Im Osten Libyens arbeitet Ärzte ohne Grenzen weiterhin in der Stadt Bengasi mit dem medizinischen Komitee zusammen und leistet Hilfe, wo sie benötigt wird. Die Organisation sendet weiterhin medizinisches Material nach Libyen, das in den Kampfgebieten verteilt wird, in denen der Bedarf am größten ist. Seit dem 24. Februar sind 44 Tonnen Medikamente und medizinische Materialien, auch für die Behandlung von Brandwunden, in Bengasi angekommen.

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