Versorgung mit Geburtshelfern in Südostasien verbessern

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  • Artikel: 17.02.2016

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In vielen Ländern in Südostasien gibt es den Beruf einer ausgebildeten Hebamme nicht. Dadurch kommt es häufig zu Geburtskomplikationen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Mutter oder des Neugeborenen bei der Geburt. Eine schwedische Doktorarbeit hat nun untersucht, wie der Beruf der Hebamme in Südostasien etabliert werden könnte, um so die Gesundheitssituation von Müttern und Neugeborenen zu verbessern.

Malin Bogren von der Universität Göteborg in Schweden arbeitet seit 2007 als Entwicklungshelferin für die Vereinten Nationen (UN) in Nepal, Afghanistan und Bangladesh. Gleichzeitig untersuchte sie in ihrer Doktorarbeit die Situation der Geburtshelfer in Afghanistan, Bangladesh, Butan, Indien, Nepal und Pakistan – alles Länder, in denen die Sterblichkeit der Mütter bei der Geburt hoch ist. Ziel der Arbeit war auch, einem der Millenium Goals der Vereinten Nationen näher zu kommen: nämlich einer höheren Überlebensrate werdender Mütter.

Die Studie ergab, dass die Tätigkeit als Geburtshelfer in keinem der untersuchten Länder als eigenständiger Beruf existierte. In Nepal fehlen nach internationalen Standards ausgebildete Geburtshelfer sogar völlig. „Dort üben Krankenschwester die Arbeit als Geburtshelfer ohne jegliche formale Ausbildung aus“, berichtet Bogren.

Mithilfe von Fragebögen, Interviews und Beobachtungen in Kreißsälen analysierte die Forscherin die Situation in Nepal genauer. Daraus leitete sie Strategien ab, wie der Beruf gut ausgebildeter Geburtshelfer in diesem Land etabliert werden könnte. Diese Strategien könnten auch in anderen Entwicklungsländern eingesetzt werden.

Gesetzliche Grundlagen schaffen und Ausbildung verbessern

„Die Gesetzgebung in Südostasien erkennt Geburtshelfer nicht als eigenständigen Beruf an“, erläutert Bogren. „Die wichtigsten Empfehlungen für eine Verbesserung der Situation in den untersuchten Ländern sind daher: Erstens, eine gesetzliche Grundlage für den Beruf der Hebamme zu schaffen. Und zweitens, die formale Ausbildung zum Geburtshelfer zu verbessern. Auf diese Weise könnte zugleich der Stellenwert des Hebammen-Berufes verbessert werden.“ Dabei sollte auf eine gute Ausbildung sowohl der Geburtsfhilfe-Lehrenden als auch der Ausbildungskandidaten geachtet werden.

Es sei zwar noch ein weiter Weg, um diese Ziele zu erreichen – aber nicht unmöglich, so Bogren. Barrieren seien unterschiedliche politische Interessen und Prioritäten, Überschneidungen mit dem Beruf der Krankenschwester und unterschiedliche Meinungen dazu, bis zu welchem akademischen Grad die Ausbildung zur Hebamme gehen sollte. Um diese Hürden zu überwinden, sollte es eine enge Zusammenarbeit und offene Kommunikation zwischen den verschiedenen Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern, Geldgebern und der Bevölkerung geben, betont Bogren.

„Meine Doktorarbeit liefert Empfehlungen für all diese Gruppen auf verschiedenen Hierarchieebenen”, sagt die Forscherin. „Ich hoffe, dass diese Informationen hilfreich sind, um die Tätigkeit der Hebamme in Südostasien als eigenständigen Beruf zu etablieren und so die gesundheitliche Situation der Mutter und des Neugeborenen bei der Geburt zu verbessern.“

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