Radler mit Fahrradhelm erleiden bei Unfällen weniger schwere Kopfverletzungen

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  • Artikel: 09.10.2015

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Fahrradfahrer, die einen Helm tragen, haben nach einem Fahrradunfall ein 58 Prozent geringeres Risiko für schwere Schädel-Hirn-Verletzungen. Dies hat ein Forscherteam von der Universität Arizona in Tucson (USA) herausgefunden. Allerdings sollten die Helme weiter verbessert werden, um auch vor Verletzungen im unteren Teil des Gesichts zu schützen.

Die Forscher um Bellal Joseph und Ansab Haider, die zum American College of Surgeons (Amerikanische Hochschule für Chirurgen) gehören, analysierten die Daten von 6267 Patienten aus dem Jahr 2012, die nach einem Fahrradunfall eine Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatten. Von ihnen hatten nur 25 Prozent einen Helm getragen.

„Wir wissen sicher, dass Helme bei einem Fahrradunfall vor Gehirnblutungen schützen können“, sagt Haider. „Aber die Frage war nun, ob ein Helm auch positive Auswirkungen hat, wenn jemand in einen Fahrradunfall verwickelt ist und eine Hirnblutung erleidet.“

Die Auswertungen der Mediziner ergaben, dass bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma die Wahrscheinlichkeit einer schweren Hirnverletzung um 58 Prozent geringer war, wenn sie einen Helm getragen hatten. Außerdem hatten sie ein 59 Prozent geringeres Risiko, zu sterben und ein 61 Prozent geringeres Risiko für eine Kraniotomie – eine Operation, bei der der Schädel geöffnet werden muss. „Wenn jemand bei einem Fahrradunfall schwer verletzt wird, ist er deutlich besser dran, wenn er einen Helm trägt“, betont Joseph.

Helme schützen vor schweren Hirnverletzungen und Brüchen im oberen Gesichtsbereich

Darüber hinaus war bei den Helmträgern auch das Risiko für Brüche im Gesicht um 26 Prozent geringer. Dabei schützte der Helm vor allem vor Verletzungen im oberen Teil des Gesichts, zum Beispiel vor Knochenbrüchen rund um die Augen. Dagegen trug der Kopfschutz nicht effektiv dazu bei, Verletzungen im unteren Gesichtsbereich zu verhindern, zum Beispiel Kiefer- oder Nasenbrüche.

Weiterhin untersuchten die Forscher um Joseph und Haider, wie sich Alter und Geschlecht auf Fahrradunfälle mit Kopfverletzungen auswirken. „Wir haben analysiert, wie die Helmbenutzung in unterschiedlichen Altersstufen aussieht“, erläutert Haider. „Dabei war die Zahl der Helmträger in der Altersklasse zwischen 10 und 20 Jahren am geringsten. Aber mit jeden zehn Jahren stieg die Wahrscheinlichkeit, einen Helm zu benutzen, deutlich an.“ Erst ab einem Alter von 70 Jahren ging die Zahl der Helmträger wieder zurück. Darüber hinaus trugen Frauen häufiger einen Kopfschutz als Männer.

Der nächste Schritt sei nun, Präventionsprogramme zu entwickeln, die Fahrradfahrer zur Benutzung von Helmen motivieren. Außerdem sollten Helme entwickelt werden, die noch besser vor Verletzungen schützen, so die Forscher. Sinnvoll seien aus ihrer Sicht auch strengere Gesetze, die das Tragen eines Fahrradhelms vorschreiben.

In bisherigen Studien wurde teilweise ein hoher, teilweise aber auch ein geringer Nutzen von Fahrradhelmen nachgewiesen. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) fordert, dass vor allem die Infrastruktur für Radfahrer verbessert werden sollte. Außerdem sollten Radfahrer vorausschauend und defensiv fahren und gut sichtbar sein, um Unfälle mit und ohne Kopfverletzungen zu vermeiden. 

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