Psychische Probleme in der Kindheit wirken ins Erwachsenenalter nach

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  • Artikel: 24.07.2015

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Wer als Kind unter psychischen Problemen leidet, hat auch als Erwachsener mehr Schwierigkeiten im gesundheitlichen, finanziellen und sozialen Bereich. Dies ist selbst dann der Fall, wenn in der Kindheit nie die vollständigen Kriterien einer psychischen Störung erfüllt waren. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam von der Duke University in Durham (USA).

Die Forscher um William E. Copeland führten eine Untersuchung mit 1.420 Kindern aus ländlichen Gegenden des Bundesstaates North Carolina durch. Sie wurden im Alter von neun bis 16 Jahren sechs Mal auf psychische Erkrankungen und subklinische psychische Symptome, die nicht die Kriterien einer psychischen Erkrankung erfüllten, untersucht. 1.273 der Kinder wurden zusätzlich drei Mal im jungen Erwachsenenalter zwischen 19 und 26 Jahren befragt. Dabei wurden ungünstige Ereignisse bei ihrer Gesundheit, ihren Finanzen, legalen Aspekten und ihren sozialen Beziehungen erfasst. Über die Ergebnisse der Studie berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Journal of the American Medical Association“ (JAMA).

Von den 1.420 Teilnehmern erfüllten 26 Prozent mindestens einmal in ihrer Kindheit die Kriterien einer psychischen Störung. Weitere 31 Prozent erlebten psychische Probleme, die jedoch nicht die Kriterien einer psychischen Erkrankung erfüllten, und 43 Prozent litten zu keinem Zeitpunkt an psychischen Erkrankungen oder Problemen.

Ungünstige Auswirkungen im gesundheitlichen, finanziellen und sozialen Bereich

20 Prozent der Probanden aus der letzten Gruppe berichteten über negative Ereignisse im Erwachsenenalter. In der Gruppe mit psychischen Problemen in der Kindheit waren dies dagegen 41,5 Prozent, in der Gruppe mit psychischen Erkrankungen 59,5 Prozent.

Psychische Störungen bei jungen Menschen zwischen zehn und 24 Jahren sind weltweit eine der Hauptursachen für gesundheitliche Beeinträchtigungen. Am häufigsten kommen dabei emotionale Störungen und Störungen des Verhaltens vor. Im Gegensatz zu körperlichen Krankheiten werden die meisten psychischen Störungen erstmals in der Kindheit diagnostiziert – sie können jemanden daher sein ganzes Leben lang belasten.

„Typische psychische Erkrankungen in der Kindheit verursachen hohe Kosten und führen zu Beeinträchtigungen und starkem Stress beim Kind und seinen Angehörigen“, schreiben Copeland und sein Team. Solche Probleme würden oft zu Schwierigkeiten beim Übergang ins Erwachsenenleben führen – selbst dann, wenn die vollständigen Kriterien einer psychischen Störung nicht erfüllen seien. „Wenn das Ziel öffentlicher Gesundheitsbestrebungen ist, Chancen und optimale Ergebnisse für die Menschen zu erhöhen und Belastungen zu vermindern, gibt es kein besseres Ziel, also psychische Probleme in der Kindheit zu reduzieren – auf klinischer und auf subklinischer Ebene“, betonen Copeland und seine Kollegen.

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