Neue Empfehlungen zur Mammographie

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  • Artikel: 23.10.2015

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Eine neue Leitlinie der American Cancer Society (ACS) empfiehlt, Mammographie-Screenings für Brustkrebs ab einem Alter von 45 Jahren durchzuführen – und damit fünf Jahre später als bisherig empfohlen. In Deutschland haben gesunde Frauen zwischen 50 und 69 Jahren die Möglichkeit, alle zwei Jahre eine Mammographie in Anspruch zu nehmen.

Brustkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten weltweit und ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Früherkennung ist deshalb ein wesentlicher Faktor, um Brustkrebs frühzeitig behandeln zu können und so schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verhindern.

Die bisherigen Empfehlungen der American Cancer Society (ACS) zur Brustkrebs-Früherkennung bei Frauen mit durchschnittlichem Brustkrebsrisiko stammen aus dem Jahr 2003. Nun hat ein Forscherteam um Evan R. Myers vom Duke Clinical Research Institute in Durham (USA) die aktuelle Literatur zur Brustkrebs-Früherkennung zusammenfassend ausgewertet. Auf Basis der Ergebnisse und nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken hat die ACS ihre Empfehlungen jetzt aktualisiert. Die Ergebnisse und neuen Leitlinien sind jetzt in der Fachzeitschrift „Journal oft he American Medical Association“ (JAMA, Ausgabe 20. Oktober) erschienen.

Regelmäßige Mammographie erst ab 45 Jahren

Die neue Empfehlung lautet, dass Frauen ab 45 bis zum Alter von 54 Jahren regelmäßig einmal pro Jahr an einer Mammographie teilnehmen sollten. Frauen ab 55 Jahre sollten das Screening alle zwei Jahre durchführen lassen, zugleich aber die Möglichkeit haben, auch jährlich daran teilzunehmen. Darüber hinaus sollten Frauen ab 40 Jahren die Möglichkeit haben, auf Wunsch an jährlichen Mammographie-Untersuchungen teilzunehmen. Mammographie-Screenings sind nicht unumstritten und bergen gewisse Risiken, weil dabei Röntgenstrahlung zum Einsatz kommt. „Die Abwägung zwischen dem Brustkrebsrisiko und den Risiken wiederholter Mammographien hat dazu geführt, das Screening nicht mehr ab einem Alter von 40 Jahren zu empfehlen“, schreiben die Experten.

Darüber hinaus empfehlen die Experten der ACS für Frauen jeden Alters mit durchschnittlichem Brustkrebsrisiko keine regelmäßige Abtastuntersuchung der Brust mehr. „Es fehlen eindeutige Belege dafür, dass die Tastuntersuchung signifikant zur Früherkennung von Brustkrebs beiträgt“, betonen die Forscher.

Weiterhin sollten Frauen dazu ermutigt werden, sich mit ihrer eigene Krankheitsgeschichte und Vorerkrankungen in ihrer Familie auseinanderzusetzen und darüber mit ihrem Frauenarzt zu sprechen, damit dieser das individuelle Brustkrebsrisiko einschätzen kann. Frauenärzte sollten laut ACS-Empfehlung mit Frauen ab 40 besprechen, ob ein Mammographie-Screening sinnvoll ist. Dabei sollten sie die Patientinnen über Risikofaktoren für Brustkrebs sowie über Nutzen, Risiken und Grenzen der Mammographie-Untersuchung informieren.

Allerdings geben verschiedene Fachgesellschaften unterschiedliche Empfehlungen für die Mammographie. In Deutschland wird auf der Basis europäischer Leitlinien erst für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren eine regelmäßige Mammographie empfohlen – und dies auch nur alle zwei Jahre. Bei einem auffälligen Befund, konkreten Beschwerden oder bei erhöhtem Brustkrebsrisiko kann dagegen auch früher eine Mammographie durchgeführt werden.

Quellen:

Themen Brustkrebs, Krebsfrüherkennung, Mammographie, Empfehlungen

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