Hochleistungssport begünstigt Hüftprobleme und Arthrose

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  • Artikel: 06.11.2015

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Arthrose und eine verminderte Bewegungsfähigkeit der Hüfte und Leiste kommen häufiger bei Athleten vor als bei Menschen, die keine stark belastende körperliche Aktivität ausüben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Doktorarbeit an der Universität Göteborg (Schweden).

Bisherige Studien haben übereinstimmend gezeigt, dass bei Athleten häufig Rückenprobleme vorkommen und dass starke körperliche Belastungen in der Kindheit und Jugend zu Wachstumsstörungen und Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule führen können. Die Betroffenen haben zudem ein besonders hohes Risiko, unter Hüft- und Leistenproblemen zu leiden. Veränderungen der Hüfte, die zu Osteoporose führen können, kommen ebenfalls bei Athleten und Menschen, die anstrengende körperliche Aktivität ausüben, häufiger vor. Zudem leiden die Betroffenen häufig unter Hüft- und Leistenschmerzen.

In einer aktuellen Untersuchung verglichen der Doktorand Páll Sigurgeir Jónasson und seine Kollegen von der Universität Göteborg (Schweden) 17 männliche Elite-Fussballspieler und 15 männliche Elite-Hockeyspieler mit 30 gesunden Männern, die keine anstrengende körperliche Aktivität ausübten. „Dabei wollten wir die Häufigkeit von Hüftproblemen und mögliche radiologische Veränderungen untersuchen“, erklärt Jónasson.

Solche Veränderungen traten in beiden Untersuchungsgruppen gleich häufig auf – allerdings war bei den Athleten die Wahrscheinlichkeit für eine eingeschränkte Beweglichkeit höher. Zudem ließ sich bei ihnen häufiger eine Arthrose beobachten.

Mikroskopisch kleine Verletzungen können zu Arthrose führen

In zwei weiteren Studien führten die Forscher Belastungstests an Schweinehüften durch, bei denen die Hüfte unter kontrollierten Bedingungen einer starken Belastung ausgesetzt wird. Dabei stellte sich die Wachstumszone der Hüfte als Schwachstelle heraus. „Durch die wiederholte Belastung entstanden in und um die Wachstumszone mikroskopisch kleine Verletzungen oder Brüche“, erläutert Jónasson. „Diese Art von Verletzungen hat vermutlich Wachstumsstörungen zur Folge, die wiederum zu Veränderungen der Gelenke und letztlich zu Arthrose führen.“

Obwohl junge und mittelalte Erwachsene, die anstrengende körperliche Aktivität betreiben, zunehmend unter Gelenkproblemen leiden, wurden die bisherigen Messinstrumente vor allem zur Diagnostik von älteren Personen entwickelt. „Deshalb haben wir jetzt zwei Fragebögen so überarbeitet, dass sie auch für junge Menschen geeignet sind“, sagt Jónasson. Nun steht ein Fragebogen für diese Altersgruppe zur Verfügung, der sowohl für den klinischen Alltag als auch für die zukünftige Forschung verwendet werden kann.

Behandelt werden Hüft- und andere Gelenkprobleme meist mithilfe der so genannten Arthroskopie oder Gelenkspiegelung. Dabei können die Verletzungen innerhalb des Gelenks mithilfe eines Endoskops, das in das Gelenk eingeführt, geglättet oder ausgerissene Knorpelstücke entfernt werden.

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