Senioren: Mangelnder Appetit hat viele Gründe

15.09.2010 - 14:24 Uhr

Essen ist ein Stück Lebensqualität. Wenn es nicht mehr schmeckt, können ...

Senioren, die zu Hause betreut werden, sind oft beim Essen schwer zufrieden zu stellen. Doch oft ist es nicht nur mangelnder Appetit allein, der die Nahrungsaufnahme erschwert.

mp Düsseldorf - Pflegebedürftige, die zu Hause betreut werden, sind oft beim Essen schwer zufrieden zu stellen. Doch oft ist es nicht nur mangelnder Appetit allein, der die Nahrungsaufnahme erschwert.

Untersuchungen belegen seit Jahren, dass pflegebedürftige Senioren oft nicht optimal ernährt sind. Leben sie allein, ist ihnen oft schlichtweg der Einkauf und die Zubereitung frischer Lebensmittel zu schwierig. Abhilfe ist hier relativ einfach, wenn Verwandte oder Freunde beim Tragen der Tüten helfen oder auch die alten Herrschaften während des Einkaufs begleiten.

Stellt die Zubereitung der Speisen ein Hinderniss dar, beispielsweise weil das Kartoffelschälen aufgrund von nachlassender Kraft in den Händen oder Rheumaschmerzen zu beschwerlich ist, sollten Betreuer die Senioren bei dieser Tätigkeit unterstützen. Hilfreich sind auch speziell geformte Schälmesser und andere Hilfsmittel, die beispielsweise für Rheumapatienten angeboten werden.

Sind die betreuten Personen nicht mehr in der Lage, ihre Speisen selbst zuzubereiten oder dabei zu helfen, kommen andere Ursachen für die verminderte Nahrungsaufnahme in Frage. Kann der Pflegebedürftige beispielsweise nicht mehr an den Familienmahlzeiten teilnehmen und muss allein esse, mindert schon das den Appetit. Ebenso ist es vielen Menschen unangenehm, wenn sie beim Essen Hilfe brauchen oder darum bitten müssen, dass Lebensmittel für sie zerkleinert werden. Pflegepersonen sollten sich daher Zeit für die Betroffenen nehmen und die nötigen Handreichungen ganz selbstverständlich übernehmen. Auch einige Speisen machen das selbstständige Essen einfacher: Sogenanntes Fingerfood muss nicht geschnitten werden und Hackbällchen sind eine einfach zu handhabende Alternative zu Schnitzel.

Eine besondere Freude machen pflegenden Angehörige ihren Schutzbefohlenen durch Wunschkost: Das Lieblingsessen oder ein Gericht, an das schöne Erinnerungen gekoppelt sind, weckt oft zuverlässig den Appetit.

Manchmal sind aber auch wirkliche Beschwerden der Grund für den schlechten Appetit. Bevorzugen alte Menschen plötzlich nur weiche Speisen, können Probleme mit den Zähnen oder dem Gebiss die Ursache sein. Hier empfiehlt es sich, den zu Pflegenden auf diese Beschwerden anzusprechen und einen Zahnarztbesuch anzuregen. Leicht zu prüfen ist auch, ob Wundstellen im Mund oder am Zahnfleisch zur Vorliebe für weiche Nahrung führen. Treten diese Verletzungen immer wieder auf, sollte der Arzt informiert werden.

Auch Schluckbeschwerden tragen dazu bei, dass harte Lebensmittel gemieden oder nur wenig gegessen wird. Ursache kann unter anderem ein zu geringer Speichelfluss sein. Getränke oder künstlicher Speichel können hier helfen. Oft genügt es aber auch, durch Erzählen und den Duft des Essens den Speichelfluss anzuregen. Nach der Mahlzeit trägt ein rasches Abräumen der Reste und ein kurzes Lüften dazu bei, dass sich der zu Pflegende in seinem Zimmer weiterhin wohl fühlt und sich nicht über längere Zeit durch den Essensgeruch belästigt fühlt. mp/bk

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