Krebserregende Substanz entsteht bei der Reaktion von Nikotin mit Luft

18.02.2010 - 12:37 Uhr

Krebszelle

Das sowohl aktives als auch passives Rauchen ein Krebsrisiko birgt, ist schon lange erwiesen. Nun haben Wissenschaftler vom Lawrence Berkeley National Laboratory[1] herausgefunden, dass sogar Partikel aus dem Tabakrauch, die sich auf Oberflächen festsetzen mit Luftschadstoffen reagieren und krebserregende Substanzen erzeugen.

Die sogenannten Nitrosamine, welche sich auf Tischen, Wänden und selbst im Staub in Wohn- und Arbeitsräumen niederschlagen, nehmen wir über die Haut und die Lunge auf. Nitrosamine sind bekannt dafür, bei Versuchstieren Krebs auszulösen. Besonders gefährdet sind vor allem Kleinkinder und Säuglinge.

Während ihrer Untersuchungen hielten die Forscher ein Zellulose-Substrat in nikotinhaltigen Wasserdampf. Danach setzten sie die Zellulose salpetriger Säure aus, einem Luftschadstoff, der häufig in geschlossenen Räumen auftritt. Die Tabakrückstände reagierten sofort mit der Säure und bildeten giftige Nitrosamine.

In einem zweiten Versuch analysierten die Forscher die Innenausstattung zweier Lastwagen, in denen regelmäßig geraucht wurde. Auch hier entdeckten sie die gefährlichen Reaktionsprodukte.

Weiterhin wurde getestet, wie schnell die krebserregenden Substanzen abgebaut werden. Dabei entdeckten die Wissenschaftler, dass zwei Stunden nachdem sie einen geschlossenen Raum in Tabakrauch gehüllt hatten, erst 50 Prozent der krebserregenden Substanzen zersetzt waren. Kurzes, wenn auch regelmäßiges Lüften reiche demnach nicht aus, um den Nikotinfilm schnell und vollständig von den Oberflächen zu beseitigen.

Die Studie ist als Online-Vorabveröffentlichung im Fachmagazin „PNAS“ mit dem Titel Formation of carcinogens indoors by surface-mediated reactions of nicotine with nitrous acid, leading to potential third-hand smoke hazards[2] erschienen. (Sarmina Hoffmann/gk)

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