Immunreaktion beeinflusst chronische Lungenerkrankungen

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  • Artikel: 24.11.2010

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Die körpereigene Immunreaktion spielt offenbar eine wichtige Rolle bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD). Darauf weisen nun Forscher der Universität Son Dureta in Palma de Mallorca hin.

mp New York/USA - Die körpereigene Immunreaktion spielt offenbar eine wichtige Rolle bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD). Darauf weisen nun Forscher der Universität Son Dureta in Palma de Mallorca hin. "Wir konnten in unserer Studie zeigen, dass viele Patienten mit stabiler COPD erhöhte Spiegel von im Blut zirkulierenden Autoantikörpern aufweisen", fasst der Arzt Jaume Sauleda die Ergebnisse zusammen.

Antikörper machen normalerweise in den Körper eingedrungene Mikroben und Keime unschädlich. Allerdings greifen einige, die Autoantikörper, das körpereigene Gewebe an. Sie attackieren zum Beispiel Muskel-, Leber- und Nierenzellen. Sogenannte antinukleäre Antikörper (ANA) richten sich speziell gegen Bestandteile der körpereigenen Zellkerne.

Circa jeder Dritte der insgesamt 328 COPD-Patienten der im "Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" veröffentlichten Studie hatte um den Faktor elf gesteigerte ANA-Blutwerte. Gegenüber der gesunden Kontrollgruppe erhöht war bei einem Viertel der Patienten der Blutspiegel der Gewebe-Autoimmunantikörper. Je höher der Antikörperspiegel, desto eingeschränkter war die Lungenfunktion der Betroffenen. Die genaue Beziehung zwischen den Autoantikörpern und der Lungenfunktion sei allerdings noch unklar, betont Sauleda.

Die COPD (chronic obstructive pulmonary disease) ist eine nicht heilbare fortschreitende Erkrankung, bei der es zur Verengung der Atemwege mit Husten, Auswurf und Atemnot bei Belastungen kommt. Acht bis zwölf Prozent der Deutschen leiden an COPD, in Europa ist sie die dritthäufigste Todesursache. Bislang ist die genaue Krankheitsursache noch nicht bekannt. Zigarettenrauch und das Einatmen anderer schädlicher Gase und Partikel begünstigen allerdings die Entstehung der Erkrankung, die auch als "Raucherlunge" bezeichnet wird. mp/ka

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